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Campus-Blog & News

Zwischen Hörsaal und Arbeitsalltag: Berufliche Prioritäten, Leistungsmotivation und organisationales Commitment berufsbegleitender Masterstudierender

4. Mai 2026

Über 150 berufsbegleitende Masterstudierende der FHWien der WKW wurden in einer Studie zur Leistungsmotivation, organisationalen Bindung und Wichtigkeit verschiedener beruflicher Aspekte befragt.

Arbeiten neben dem Studium ist längst keine Ausnahme mehr. An der FHWien der WKW studieren rund zwei Drittel berufsbegleitend. Wie bewältigen berufsbegleitende Studierende den Spagat zwischen Hörsaal und Arbeitsalltag? Diese Frage haben sich David Bourdin, Senior Researcher im Competence Center for Marketing der FHWien der WKW und Gerald Kolar, Leiter des Competence Centers for Leadership & Social Skills, gestellt. In einer Online-Befragung wollten sie herausfinden, welche beruflichen Prioritäten berufsbegleitende Masterstudierende setzen, woraus sie ihre Leistungsmotivation ziehen und wie ausgeprägt ihr Commitment zu ihren Arbeitgebenden ist. 

Ein gutes Arbeitsklima ist obligatorisch

Die Untersuchung der beruflichen Prioritäten zeigt deutlich, dass ein gutes Arbeitsklima und gute Verdienstmöglichkeiten sowie interessante Aufstiegsmöglichkeiten am wichtigsten sind, Sachleistungen und flache Hierarchien ein Nebenthema. Eine Clusteranalyse identifizierte hierbei drei unterschiedliche Präferenzprofile, nämlich die PragmatikerInnen, die Karriereorientierten sowie die Balance- und Arbeitsumfeldorientierten. 

Leistungsstolz motiviert zum Durchhalten

Der Stolz auf die eigene Leistung spielt eine zentrale Rolle. Eine Doppelbelastung bewältigen zu können, motiviert emotional zum Durchhalten. Auch eine gewisse Beharrlichkeit zeichnet berufsbegleitende Studierende aus. Dabei suchen sie weniger nach Herausforderungen, sondern setzen den Fokus auf effizienten Ressourceneinsatz. Auf Platz drei der Leistungsmotivation schafft es das Bedürfnis nach Abwechslung und neuen Eindrücken. Wenig verwunderlich ist daher, dass auch häufiger der Job gewechselt wird. 

Bindung an die Arbeitgebenden ist gering

Häufige Jobwechsel resultieren laut Studienergebnisse nicht nur aus Sensation Seeking, es lässt sich auch aus einem generell geringen organisationalen Commitment ableiten. Weder fühlen sich die berufsbegleitenden Masterstudierenden emotional, noch aus Kalkül gebunden. Besonders niedrig ist das normative Commitment, d. h. das Gefühl einer moralischen oder verpflichtenden Bindung. Insgesamt entsteht Commitment daher weniger über moralisches Pflichtgefühl oder Loyalität, sondern stärker über aktuelle Passung, eine wertschätzende Leistungskultur und sichtbare Entwicklungschancen. 

Die Analysen zeigen außerdem deutlich eine Variation nach Geschlecht, Alter, Anstellungsausmaß, Unternehmenszugehörigkeit und Führungsverantwortung.             

Das Fazit:  

  • Gen Z Young Professionals sind keine homogene Zielgruppe. Für Employer Branding sowie Personalentwicklungs- und Retention-Strategien sind differenzierte, segmentierte Ansätze gefragt. 
  • Berufsbegleitende Studierende sind ehrgeizig und haben Durchhaltevermögen, bewegen sich jedoch durch ihre Doppelrolle dauerhaft nahe an ihrer BelastungsgrenzeHochschulen und Organisationen tragen gemeinsam Verantwortung für Rahmenbedingungen, die Planbarkeit, Flexibilität und realistische Erwartungshaltungen ermöglichen. 

Die Ergebnisse der Studie stellte David Bourdin am 19. Forschungsforum der Österreichischen Fachhochschulen 2026 im April vor.