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Campus-Blog & News

Angewandte Forschung als Motor für Weiterentwicklung und Kooperation

20. April 2026

Beim 19. Forschungsforum der Österreichischen Fachhochschulen 2026 trafen sich rund 300 TeilnehmerInnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sowie VertreterInnen von 17 Fachhochschulen bzw. Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (FH/HAW). Auch die FHWien der WKW war mit einer Delegation an der FH CAMPUS 02 in Graz vor Ort und präsentierte aktuelle Forschungsergebnisse.

Thomas Kaufmann-Lerchl, Christopher Liska, Gisela Fuchs-Winkler (Research), Beate Huber (Head of Academic Affairs), Clemens Löffler, David Bourdin, Walter Mayrhofer (Head of Research), Stephan Gasser (CEO), Maria Schallar (Research) (v.l.n.r.)
Thomas Kaufmann-Lerchl, Christopher Liska, Gisela Fuchs-Winkler (Research), Beate Huber (Head of Academic Affairs), Clemens Löffler, David Bourdin, Walter Mayrhofer (Head of Research), Stephan Gasser (CEO), Maria Schallar (Research) (v.l.n.r.)
Clemens Löffler bei seinem Vortrag „Datengetriebene Transformation im Controlling“
Clemens Löffler bei seinem Vortrag „Datengetriebene Transformation im Controlling“
David Bourdin bei seinem Vortrag „Zwischen Hörsaal und Arbeitsalltag“
David Bourdin bei seinem Vortrag „Zwischen Hörsaal und Arbeitsalltag“
FHK-Präsidentin Ulrike Prommer übergibt Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner das „Grazer Memorandum“.
FHK-Präsidentin Ulrike Prommer übergibt Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner das „Grazer Memorandum“.

„Grazer Memorandum“ zur Stärkung der angewandten Forschung

Neben dem Austausch von Erfahrungen und Erkenntnissen der heimischen FH/HAW untereinander war die Präsentation des „Grazer Memorandums” ein zentraler Programmpunkt des Forschungsforums 2026: Ulrike Prommer, die Präsidentin der Fachhochschulkonferenz (FHK), übergab es an die Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung, Eva-Maria Holzleitner. Das Memorandum, das auf einen einstimmigen Beschluss des FHK-Vorstandes zurückgeht, schärft die Rolle der FH/HAW als unverzichtbare Akteure im Innovationssystem und formuliert konkrete Maßnahmen zur Stärkung der angewandten Forschung.

Die Ergebnisse dieser Forschung standen am 15. und 16. April 2026 im Mittelpunkt. Unter dem Tagungsmotto „Smart Science. Better Business.” wurden zahlreiche praxisnahe Forschungsprojekte aus Bereichen wie Automatisierung, Datenmanagement, Innovation, Marketing, Finance sowie Soziales und Gesundheit präsentiert. Dabei standen konkrete Lösungen für aktuelle Herausforderungen und deren unmittelbarer Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft im Zentrum.

Zukunftskompetenzen im Controlling

Clemens Löffler, Forscher am Department of Management, präsentierte für die FHWien der WKW zentrale Ergebnisse zur datengetriebenen Transformation im Controlling. Im Fokus des Vortrags, basierend auf der gemeinsamen Arbeit mit Thomas Kaufmann-Lerchl und Christopher Liska vom Competence Center for Business Controlling & Accounting, standen Business und Predictive Analytics als Zukunftskompetenzen sowie die Frage, wie datenbasierte Analysen die Rolle von ControllerInnen grundlegend verändern.

Laut Löfflers Präsentation entwickeln sich ControllerInnen durch Automatisierung und bessere Prognosemöglichkeiten zunehmend zu Business Partnern des Managements. In der anschließenden Diskussion mit dem Fachpublikum wurden neben den relevanten technischen und analytischen Fähigkeiten die Bedeutung von Kommunikationsstärke, Präsentationskompetenz und Veränderungsbereitschaft für zukünftige Fachkräfte im Controlling betont.

Berufsbegleitende Studierende – zwischen Hörsaal und Arbeitsalltag

David Bourdin, Forscher am Department of Communication, stellte außerdem eine Studie vor, die er gemeinsam mit seinem Kollegen Gerald Kolar vom Competence Center for Leadership & Social Skills in unterschiedlichen Studiengängen der FHWien der WKW durchgeführt hat. Sie beschäftigt sich mit den beruflichen Prioritäten, der Leistungsmotivation und der beruflichen Loyalität von berufsbegleitenden Masterstudierenden der Generation Z. In seinem Vortrag zeigte er auf, dass diese Zielgruppe keineswegs homogen ist, sondern sich in unterschiedliche Präferenzprofile mit teils stark divergierenden Erwartungen an Arbeitgeber unterteilen lässt.

Bourdin betonte besonders, dass ein gutes Arbeitsklima sowie Entwicklungs- und Verdienstmöglichkeiten zentrale Einflussfaktoren darstellen, während die Bindung an den Arbeitgeber insgesamt eher moderat ausgeprägt ist und weniger auf Loyalität als auf die aktuelle Passung und die Entwicklungschancen basiert. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit differenzierter Strategien im Employer Branding und bei der Gestaltung von Arbeits- und Studienbedingungen für diese anspruchsvolle Zielgruppe.

Diskussion und Kooperation als Motor für Weiterentwicklung

Auch diesem Vortrag folgte eine rege Diskussion, in der das starke Interesse anderer FH/HAW an der zukünftigen Erweiterung der Forschungsarbeit deutlich wurde. Damit waren die grundlegende Idee und die institutionsübergreifende Bedeutung des Forschungsforums erfüllt, das jedes Jahr die Weiterentwicklung und Kooperation in der angewandten Forschungsarbeit an österreichischen Fachhochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften (FH/HAW) vorantreibt. So wird es auch im kommenden Jahr sein, wenn die FH Technikum zum Forschungsforum 2027 nach Wien einlädt.