Zum Hauptinhalt springen
Campus-Blog & News

Zwischen Isolation und Gemeinschaft: individualisierter Nachrichtenkonsum auf Social Media

11. Mai 2026

Kommunikationsforschung an der FHWien der WKW zeigt auf, wie algorithmische Plattformen öffentliche Debatten verändern, warum Vertrauen in Medien zentral bleibt und welche Risiken fragmentierte Informationsräume für gesellschaftlichen Zusammenhalt bergen.

Soziale Medien sind heute für viele junge Erwachsene ein zentraler Zugang zu Nachrichten. Zugleich bleibt Journalismus entscheidend, wenn es um Einordnung und Überprüfung von Informationen geht. Doch mit der wachsenden Rolle algorithmisch gesteuerter Plattformen wächst auch die Sorge vor einer Fragmentierung öffentlicher Debatten. 

Diesen Entwicklungen einer sich rasant wandelnden Medienwelt widmete sich der Vortrag „Down the Rabbithole. Die digitale Transformation als Motor sozialer Fragmentierung“ von Marian Adolf, Andreas Hess und Gisela Reiter, Forschende am Department of Communication der FHWien der WKW, im Rahmen der Jubiläumstagung der Österreichischen Gesellschaft für Kommunikationswissenschaft­ an der Universität Salzburg.

Social Media als Türöffner für aktuelle Themen

Die Ergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild: Soziale Medien dienen häufig als schneller Einstieg in aktuelle Themen. Für vertiefende Informationen greifen viele Befragte jedoch weiterhin auf journalistische Angebote zurück. Social Media fungiert damit als Türöffner, Journalismus als Instanz für Einordnung und Verifikation. 

InfluencerInnen werden ambivalent wahrgenommen. Geschätzt werden ihre verständliche Sprache und lebensweltliche Nähe, zugleich bestehen Zweifel an Recherchequalität, Objektivität und Verlässlichkeit. Journalismus wird also nicht ersetzt, sondern muss sich in einer veränderten Informationsumwelt neu positionieren. Vertrauen bleibt dabei ein zentraler Faktor. Etablierte Medienmarken und öffentlich-rechtliche Angebote gelten weiterhin zumeist als verlässlich. 

Individualisierter Medienkonsum fragmentiert die Gesellschaft

Doch ein immer individuellerer Medienkonsum birgt auch die Gefahr der Fragmentierung: Haben wir als Gesellschaft noch dieselben Themen, beziehen wir uns auf dieselben Informationen, sprechen wir noch die gleiche Sprache? Parteiische Algorithmen, Spezialinteressen und ein verändertes Informations- und Konsumverhalten (wie beispielsweise die wachsende Nachrichtenvermeidung) führen dazu, dass gesellschaftliche und kulturelle Bezugspunkte weniger werden. Diese aber sind essenziell für eine gemeinsame Öffentlichkeit als Basis der gesellschaftlichen Verständigung – und bedarf daher unseres Schutzes!

>> Mehr Informationen zur Kommunikationsforschung an der FHWien der WKW