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Teil 4 I Wie werde ich Growth HackerIn?

21. September 2021

Growth Hacking ist längst kein Modewort mehr. In Anbetracht der ständig wachsenden Start-up-Szene sind immer mehr Profis gefragt, die sich wirklich damit auskennen. Wir stellen Ihnen das ideale Profil eines/einer Growth HackerIn vor.

AllrounderInnen mit Spezialwissen gesucht: Interdisziplinarität und Teamspirit als Erfolgsfaktor
AllrounderInnen mit Spezialwissen gesucht: Interdisziplinarität und Teamspirit sind die Erfolgsfaktoren.
Georg Feldmann ist Leiter des Stadt Wien geförderten Kompetenzteams für die Digitalisierung der Kommunikationsprofessionen an der FHWien der WKW.
Georg Feldmann ist Leiter des Stadt Wien geförderten Kompetenzteams für Digitalisierung der Kommunikationsprofessionen an der FHWien der WKW.

„Jobprofil Growth HackerIn“: Gibt man diesen Begriff auf diversen Jobplattformen ein, wird man in Österreich derzeit kaum fündig. Allerdings gibt es diverse Jobangebote wie beispielsweise Growth ManagerIn oder Growth Expert, die ähnliche oder deckungsgleiche Anforderungen aufweisen. Wiederkehrend gewünschte Qualifikationen sind Soft Skills wie Proaktivität, Start-up-Mentalität und Kreativität; aber auch Hard Skills im Online-Marketing, wie etwa Know-how über digitale Vertriebskanäle, Social Media (Content und Ads) und SEM/SEO/SEA sind gefragt. Ganz allgemein braucht es eine hohe Zahlen- und Datenaffinität sowie ausreichende IT-Kenntnisse. Betriebswirtschaftliche und/oder kommunikationswissenschaftliche Kenntnisse in Form eines Studiums sind bei den genannten Job-Ausschreibungen meist Voraussetzung.

Eierlegende Wollmilchsau? – Interdisziplinarität als Erfolgsfaktor

Auch die Wissenschaft hat sich bereits Gedanken über das optimale Profil eines/einer Growth HackerIn gemacht. Ein Modell, das sich hier bewährt hat, ist das sogenannte „T-Shaped-Profil“. Die T-Form spiegelt hier die optimale Mischung aus GeneralistInnen- und SpezialistInnenwissen wider. Idealerweise sollte ein/e KandidatIn ein breiteres Wissen in unterschiedlichen, vorwiegend digitalen Bereichen vorweisen; dies gepaart mit einer tieferen Spezialisierung: Gesucht werden somit AllrounderInnen, die überall mitreden können, aber ihre Beiträge fachspezifisch umsetzen können. In der Praxis sind Growth HackerInnen keine EinzelgängerInnen, sondern Teil eines Growth-Teams, das sich durch Interdisziplinarität auszeichnet. Grundsätzlich sollte ein Growth Hacking-Team mindestens drei Mitglieder aufweisen, so die bisherige Erfahrung.

Growth-Kultur ist Voraussetzung

Die auf Wachstum und Skalierbarkeit ausgerichtete Arbeitsweise fordert ein bestimmtes Mindset (wie in Folge 1 beschrieben), das sich durch systematisches Denken, Experimentierfreudigkeit, Risikobereitschaft und Kreativität äußert. Die klare Ausrichtung auf Wachstum erfordert darüber hinaus einen vertrauten Umgang mit Zahlen und Daten aus betriebswirtschaftlicher und unternehmerischer Sicht, um Testungen auswerten, Ergebnisse mit Hilfe von KPIs einschätzen und Fortschritt im Sinne von Ableitungen für Handlungsweisen vorantreiben zu können. Diese Denkweise manifestiert sich idealerweise in einer Growth-Kultur, die das ganze Unternehmen, und nicht nur die Growth HackerInnen, durchzieht.

Growth Hacking: Kann das jeder selbst managen?

Kann ein kleines Start-up nun die Growth Hacking-Anforderungen selbst bewältigen? Idealerweise muss im eigenen Unternehmen ein Team platziert sein, das die Basics des Onlinemarketing beherrscht, d.h. sich generell mit Analytics, mit der Website, dem Online-Shop-Tool auskennt und die Grundzüge von SEO versteht. Des Weiteren ist eine Vertrautheit mit den Social-Media-Kanälen und deren Werbeformen vonnöten. Auch Grundlagen der Verhaltenspsychologie sollten gekannt werden. Allerdings: Wenn das Team zu klein ist und Kompetenzen fehlen, dann muss auf Profis zurückgegriffen werden. Der Zugriff auf externe DienstleisterInnen ist hierbei ein Kostenpunkt, der durchdacht gehört. Die Basics des Onlinemarketing sollten daher idealerweise vom Start-up selbst bearbeitet werden können, damit nur in besonderen Fällen die SpezialistInnen übernehmen müssen.

Diese SpezialistInnen sorgen dann dafür, dass im Unternehmen insbesondere eine Kernfrage sämtliches Tun und Handeln widerspiegelt: Wie können wir schneller wachsen, noch besser performen? Eine Frage, die sich praktisch jedes Unternehmen stellen muss. Es ist daher aus unserer Sicht nur eine Frage der Zeit, bis Growth Hacking auch für etablierte, große Unternehmen Thema sein wird.

Alumni-Interview

Christoph Schachner, Alumnus des Master-Studiengangs Kommunikationsmanagement, ist selbst Growth Hacker, ein „SaaS-fanatic“, Mentor und Lecturer und Head of Growth bei WeAreDevelopers. Birgit Schaller vom Competence Center for Marketing und Georg Feldmann vom Stadt Wien Kompetenzteam für Digitalisierung der Kommunikationsprofessionen konnten ihn für ein Interview begeistern. Im Podcast-Interview in Kooperation mit dem Marketing Club Österreich gibt er darüber Auskunft, was dieser Job alles mit sich bringt, welche Herausforderungen es gibt bzw. geben wird und wie man den Berufswunsch „HackerIn“ am besten verwirklichen kann.

>> Hier das Interview nachhören

 

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>> Teil 2: Growth Hacking ist (k)eine Wissenschaft

>> Teil 3: Welche Channels bespielen im Growth Hacking?

 

Kontakt:

Dr. Georg Feldmann
Head of Competence Team
City of Vienna Competence Team for the Digitalization of Communication
Tel.: +43 690 40 476 118
georg.feldmann@fh-wien.ac.at

 

Fotos: © Annie Spratt I Unsplash sowie FHWien der WKW