Wie lassen sich Städte so gestalten, dass sie Teilhabe ermöglichen und soziale Gerechtigkeit fördern? Diese Frage stand im Zentrum der dritten Ausgabe der Veranstaltungsreihe „rethink inclusion– soziale Teilhabe gestalten“, die Ende November in Wien stattfand. In ihrem Vortrag ordnete Cornelia Dlabaja, Stiftungsprofessorin an der FHWien der WKW, Inklusion als grundlegende Voraussetzung lebenswerter Städte ein.
Cornelia Dlabaja über Inklusion in der Stadtentwicklung
Die Wiener Soziologin und Kulturwissenschaftlerin Cornelia Dlabaja eröffnete die Veranstaltung mit einer urbanistisch-theoretischen Perspektive auf Stadtentwicklung und Inklusion. Als Stiftungsprofessorin für nachhaltige Stadt- und Tourismusentwicklung an der FHWien der WKW weist sie mehr als 15 Jahre Forschungsarbeit auf Stadtteil- und Quartiersebene vor. In ihrem Vortrag zeigte sie auf, dass Inklusion weit über bauliche Barrierefreiheit hinausgeht und soziale, kulturelle sowie ökonomische Dimensionen umfasst.
Anhand von Beispielen aus Wien, Deutschland und Europa machte sie deutlich, wie Stadtplanung sowohl Teilhabe ermöglichen als auch Ausgrenzung verstärken kann. Sie verwies auf das „Recht auf Stadt“ als Grundrecht aller Menschen und rückte damit die Verantwortung von Individuen hin zu strukturellen Rahmenbedingungen. Dabei analysierte Dlabaja unterschiedliche Stadtraumebenen, aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen und den Faktor Zeit als zentrale Elemente inklusiver Stadtentwicklung. Der gebaute Raum müsse sich an den Bedürfnissen des sozialen Raums orientieren, insbesondere auf Ebene der Nachbarschaft. Stadtentwicklung sah sie dabei nicht als Aufgabe einzelner Berufsgruppen, sondern als gemeinschaftliche Verantwortung vieler AkteurInnen.
Stadt als sozialer Raum für alle Menschen
Alexander Hager, Mitbegründer des Wiener Architekturbüros gaupenraub +/-, ergänzte den Abend mit Einblicken in seine planerische Praxis, in der soziale Teilhabe und Arbeiten auf Augenhöhe zentrale Prinzipien darstellen.
Markus Zoller stellte das Revitalisierungs Projekt am Otto Wagner Areal als Beispiel für die Transformation eines historischen Klinikareals in einen vielfältig nutzbaren Stadtraum vor, der Bildung, Soziales, Kultur und Gesundheit miteinander verbindet.
Die dritte Ausgabe von „Rethink“ machte deutlich, dass inklusive Stadtentwicklung Offenheit, Perspektivwechsel und langfristiges Engagement erfordert. Inklusion bleibt eine gemeinsame Aufgabe – und eine, bei der Nicht-Handeln keine Option darstellt.
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