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Campus-Blog & News

Mit „Placemaking“ Städte und Tourismus weiterentwickeln

19. Mai 2026

Wie können Städte lebenswert bleiben, wenn der Tourismus wächst? Cornelia Dlabaja, Stiftungsprofessorin für nachhaltige Stadt- und Tourismusentwicklung an der FHWien der WKW zeigt, wie Placemaking als integrativer Ansatz neue Wege für eine ausgewogene Stadt- und Tourismusentwicklung eröffnet.

Die zunehmende Verdichtung und Touristifizierung stellen Städte weltweit vor große Herausforderungen. Im Artikel „Placemaking an der Schnittstelle von Stadt- und Tourismusentwicklung” zeigen Cornelia Dlabaja, Katharina Höftberger (Urban Innovation Vienna) und Jana Werl (WienTourismus) auf, wie diese Entwicklungen durch innovative Planungsansätze aktiv gestaltet werden können.

Innovative Lösungsansätze für urbane Herausforderungen

Im Zentrum steht das Forschungsprojekt „Learning Journey – Zufußgehen durch die Innere Stadt“, das im ersten Wiener Bezirk durchgeführt wurde. Anhand der vier Fallstudien Schwedenplatz, Michaelerplatz, Albertinaplatz und Heldenplatz wurden konkrete Herausforderungen wie Nutzungskonflikte, eine hohe Besucherdichte oder klimatische Belastungen untersucht. Das Ziel bestand darin, die Qualität des öffentlichen Raums insbesondere für Fußgängerinnen und Fußgänger zu verbessern und unterschiedliche Interessen besser in Einklang zu bringen.

Ein wesentliches Ergebnis des Projekts ist die Entwicklung von zwölf Prinzipien für Placemaking. Diese verbinden Stadtplanung, Tourismusentwicklung und gesellschaftliche Aspekte. Sie reichen von kooperativer Governance und partizipativer Planung bis hin zur Stärkung lokaler Identität und sozialer Infrastruktur. Damit wird Placemaking als Prozess verstanden, der nicht nur Räume gestaltet, sondern auch soziale Beziehungen und Verantwortlichkeiten sichtbar macht.

Stadtentwicklung als gemeinschaftliche Aufgabe

Der Ansatz basiert theoretisch auf Care-Konzepten, die Stadtentwicklung als gemeinschaftliche Aufgabe begreifen. Im Fokus steht dabei die Frage, wie Räume so gestaltet werden können, dass sie den Bedürfnissen der EinwohnerInnen sowie der BesucherInnen gerecht werden. Die sogenannte „Visitor Economy” wird dabei nicht als Selbstzweck, sondern als Möglichkeit zur nachhaltigen Verbesserung der Lebensqualität gesehen.

Die Ergebnisse zeigen deutlich: Erfolgreiches Placemaking erfordert die enge Zusammenarbeit unterschiedlicher AkteurInnen – von Verwaltung und Tourismusorganisationen bis hin zu lokalen Initiativen. Nur durch integrative Prozesse können resilientere, inklusivere und lebenswertere Städte entstehen.

Mit dem „Vienna Playbook: The Places To Be“ hat Cornelia Dlabaja die Erkenntnisse in ein praxisnahes Instrument überführt. Es soll künftig als Leitfaden für die Stadt- und Tourismusentwicklung dienen. Damit leistet die Forschung der Stiftungsprofessorin für nachhaltige Stadt- und Tourismusentwicklung einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung nachhaltiger urbaner Lebensräume.

>> Zur Webseite der WKW Stiftungsprofessur für nachhaltige Stadt- und Tourismusentwicklung