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Innovation und Tradition stärken Familienunternehmen auch in Krisenzeiten

19. April 2023

Maija Worek, Forscherin an der FHWien der WKW zeigt, dass Unternehmen in Krisenzeiten besser bestehen können, wenn sie ihr Wissen und ihre Traditionen strategisch in der Innovationsentwicklung nutzen.

Die Expertin für Familienunternehmen aus dem Studienbereich Management & Entrepreneurship erläutert in einer aktuellen Ausgabe des KMU Magazins, dass Tradition und Innovation kein Widerspruch sind. Zwei Fallbeispiele zeigen eine traditionsorientierte Innovationsstrategie. Die Transformation eines Uhren- und eines Telefonkabelherstellers zu Hightech-Unternehmen im Automobil- und Gesundheitsbereich. Damit entwickelten die beiden österreichischen Familienunternehmen relevante Innovationen aus ihren langjährigen Traditionen.

Traditionen erkennen – Wissen bewerten – Innovationen umsetzen

Um bestehenden Traditionen strategisch zu nutzen,

  • müssen Unternehmen diese erkennen,
  • ihr Innovationspotential bewerten und
  • für die Weiterentwicklung einsetzen.

Für einen solchen Transformationsprozess skizziert Maija Worek beispielhafte Reflexionsfragen.

Die Frage nach den Traditionen, die den bisherigen Erfolg begründen, ermöglicht es, diese Kompetenzen für andere Anwendungen zu nutzen. So hat die traditionelle Herstellung von Telefonkabeln, bei der mehrere dünne Adern zu einem starken Kabel verbunden werden, dem Familienunternehmen neue Möglichkeiten in der Medizintechnik eröffnet. Dank der enormen Belastbarkeit der Kabel finden diese nun ein neues Einsatzgebiet in sensiblen medizinischen Geräten.

Die Bewertung einer Tradition kann zum Beispiel anhand ihrer Langlebigkeit sowie ihrer Bedeutung am Markt und bei den KundInnen erfolgen. So konnte eine österreichische Uhrenmanufaktur ihr traditionelles Handwerk adaptieren. Ihre spezielle Fertigungstechnik für mechanische Uhren wird nun für Zählwerke in der Automobilindustrie eingesetzt.

Traditionen bergen viel Innovationspotential

Um Traditionen für die Entwicklung von Innovationen zu nutzen, müssen die verfügbaren Ressourcen geklärt und mögliche Risiken abgeschätzt werden. Vor allem in den hohen Kosten sehen viele Familienunternehmen das größte Hindernis für die notwendige Forschung und Entwicklung. Dabei könnten generationenübergreifendes Wissen oder überlieferte Arbeitstechniken den Unternehmen erhebliche Wettbewerbsvorteile bringen, wenn diese Traditionen in den Prozess der Innovationsentwicklung einfließen.

Interesse am Austausch zu dem Thema?

Dr.in Maija Worek, M.Sc.
maija.worek@fh-wien.ac.at