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Campus-Blog & News

Die Stadt im Gehen verstehen: Das war das Jane´s Walk Vienna Festival 2026

8. Mai 2026

Wie wird Stadt geplant – und vor allem: für wen? Diese Frage zog sich wie ein roter Faden durch das Jane’s Walk Vienna Festival 2026. Als Mit-Organisatorin und Expertin setzte auch Stiftungsprofessorin Cornelia Dlabaja wichtige Impulse. Ihre Beiträge bei der Podiumsdiskussion und Walks zeigten, wie eng Forschung, Stadtentwicklung und gesellschaftliches Engagement miteinander verwoben sind.

Jane´s Walk Vienna Festival 2026: Pop-up-Zebrastreifen
© Peter Provaznik
Jane´s Walk Vienna Festival 2026: Stadtpark
© Peter Provaznik
Jane´s Walk Vienna Festival 2026
© Peter Provaznik
Jane´s Walk Vienna Festival 2026
© Peter Provaznik

Auftakt im Gartenbaukino

Den Auftakt des Festivals bildete am 27. April – dem internationalen Tag des Zu-Fuß-Gehens – eine Podiumsdiskussion im Gartenbaukino, organisiert von Wien zu Fuß von der Mobilitätsagentur Wien.  Im Fokus der Diskussion stand die geplante Umgestaltung der Wiener Ringstraße, welche Cornelia Dlabaja gemeinsam mit Julia Girardi-Hoog, Wiens Genderbeauftragte, Petra Jens, Wiens Fußgängerbeauftragte, Harald Frey von der TU Wien und Matthias Nagler vom ÖAMTC diskutierte.

In der Debatte wurde schnell deutlich: In der Stadtplanung geht es dabei nicht nur um Verkehrssteuerung, sondern um grundlegende Fragen urbaner Lebensqualität.

Für wen wird geplant?

Cornelia Dlabaja brachte eine differenzierte Forschungsperspektive ein und strukturierte die Diskussion entlang mehrerer Ebenen: die Rolle von TagestouristInnen, etwa durch Flusskreuzfahrten, die den Ring als Transitraum nutzen, die Bedeutung von Verkehrsknotenpunkten wie dem Schwedenplatz und deren Organisation sowie die Frage nach Orientierungssystemen für unterschiedliche NutzerInnengruppen. Ein zentrales Anliegen der Stiftungsprofessorin war die Frage der Teilhabe. Stadtplanung, so ihr Zugang, dürfe nicht ausschließlich top-down erfolgen. Vielmehr brauche es aktives Engagement aus der Zivilgesellschaft.

Besonders deutlich wurde dies in ihrer Aussage, dass FußgängerInnen letztlich selbst entscheiden, wie sie sich durch die Stadt bewegen. Planung könne Rahmenbedingungen schaffen, die Nutzung werde jedoch von den Menschen selbst definiert. Diese Perspektive knüpft an zentrale Prinzipien der Stadtforscherin Jane Jacobs an, deren Ideen das Festival prägen: Stadt entsteht im Alltag ihrer BewohnerInnen.

Die Stadt im Gehen verstehen

Nach dem gelungenen Start im Gartenbaukino wurde drei Tage lang Wien erkundet: Neun Walk Leader führten rund 300 Menschen bei herrlichstem Wetter durch ganz unterschiedliche Ecken der Stadt – von Kaisermühlen bis Margareten, vom Donaukanal bis zum alten WU-Areal am Althangrund.

Cornelia Dlabaja führte durch das Spittelberg-Viertel und zeigte umkämpfte Räume, die Wien kulturell und politisch geprägt haben: vom Museumsquartier über das Amerlinghaus – wo AktivistInnen und lokale Initiativen zu Wort kamen – bis zu den Transformationen und Raumkämpfen entlang der Burggasse. Ein Walk, der zeigte, wie sehr Stadtgeschichte auch immer eine Geschichte von Aushandlung und Widerstand ist.