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News

Forschungsergebnisse und Konferenzvorträge zum Thema Rechtspersönlichkeit 2.0

26. April 2023

Letzte Woche war unser Kollege Stefan Wrbka zu einem Konferenzvortrag an der Université catholique de Lyon eingeladen. Gemeinsam mit weiteren internationalen Rechtsexperten diskutierte er aktuelle rechtliche Herausforderungen rund um das Metaverse und präsentierte dabei gemeinsam mit Mark Fenwick (Kyushu University) gewonnene Erkenntnisse zur Frage nach einer möglichen Rechtspersönlichkeit von Avataren.

Die Einladung nach Lyon erfolgte nach einem Vortrag an der University of Galway, Irland im letzten Herbst zu juristischen Herausforderungen im Zusammenhang mit autonomen AI-Systemen (selbstfahrende Autos, Drohnen, Roboter). Der Vortrag wurde zur Publikation im renommierten Handbook of Artifical Intelligence (Cambridge University Press) auserwählt. Auch der Vortrag in Lyon wurde zur Publikation in einem internationalen Verlagshaus bestimmt.

Kernfrage beider Forschungsprojekte war, ob eine Ausdehnung der Rechtspersönlichkeit über natürliche und juristische Personen hinweg auf neue Gebilde aus rechtlicher Sicht Sinn macht. Die Schlussfolgerungen fielen differenziert aus: während ein erleichterter Zugang zum Recht und der Rechtsprechung (access to justice) in Kombination mit Haftpflichtversicherungen zentrale Argumente für die Einführung einer elektronischen Rechtsperönlichkeit (electronic personhood) im Falle von autonomen AI-Systemen darstellen, scheidet eine eigene Rechtspersönlichkeit für Avatare schon aufgrund von fehlenden finanziellen, avatar-eigenen Ressourcen im Regelfall aus.