So gelingt Verhandeln
Nicht nur reden. Verstehen, taktieren, durchsetzen.
Text: Karin Cerny & Maya McKechneay
Manchmal wissen wir ganz genau: Heute wird verhandelt. Über Geld, Verantwortung oder Spielräume. Oft passiert das Verhandeln aber auch ganz nebenbei – mit dem Obsthändler auf dem Markt oder der Partnerin zu Hause. Und selbst in diesen scheinbar so beiläufigen Situationen geht es nicht nur um den Stammkundenrabatt oder darum, wer wie häufig aufräumt. Unterm Strich ist jede Verhandlung auch ein Abwägen, wie viel wir uns selbst und dem Gegenüber wert sind. Daher wird es oft schneller emotional, als uns lieb ist. Und: Oft zählt das, was zwischen den Worten liegt, mehr als das bessere Argument.
Diese Coverstory beleuchtet das Thema Verhandeln aus DREI PERSPEKTIVEN – als persönliche Herausforderung, als konsensorientierte Praxis und als strategisches Spiel mit offenen und verdeckten Karten.
Silke Annina Hofer
Silke Annina Hofer, Gründerin der Verhandlungsakademie You are Gold, hat über 20 Jahre internationale Verhandlungserfahrung.
Ihr Ansatz befähigt Menschen, in anspruchsvollen Verhandlungs- und Konfliktsituationen wirkungsvoll aufzutreten.
Sonja Rauschütz
Die Gründerin der Wiener Schule der Verhandlungsführung studierte an der Wirtschaftsuniversität Wien und der Harvard Kennedy School of Government. Von 1999 bis 2002 lehrte sie an der Harvard Law School und war enge Mitarbeiterin von Roger Fisher, der das Harvard-Konzept entwickelte. Politische Initiativen der Wiener Schule für Verhandlungsführung (Auswahl): Israeli Palestinian Negotiation Partners, Balkan Negotiation Partners und Young Negotiator Initiative. viennaschool.at
Clemens Löffler
Clemens Löffler ist Academic Expert and Lecturer am Competence Center for Business Controlling & Accounting an der FHWien der WKW.
In seinen Lehrveranstaltungen lässt er Studierende auch mal zur Probe Arbeitsverträge verhandeln – wechselweise als ArbeitgeberIn oder ArbeitnehmerIn –, um den Perspektivwechsel zu üben.
1. Verhandlungstraining für Frauen: Silke Annina Hofer: Hart in der Sache, weich im Auftritt
Silke Annina Hofer leuchtet. Während des Interviews sitzt die Verhandlungstrainerin aufrecht. Sie trägt ein tannengrünes Jackett über einem apfelgrünen Shirt und dazu Statement-Ohrringe. Ihren Blick richtet sie auf die Interviewerin. Ihr Auftreten signalisiert: Ich bin präsent, ganz bei der Sache.
Als Einkäuferin eines großen Lebensmittelkonzerns verantwortete Hofer zwischenzeitlich Einkaufssummen von 1,3 Milliarden Euro. Da galt es, gute Lieferantenpreise zu erzielen. „Natürlich habe ich in dieser Zeit auch viele Verhandlungstrainings durchlaufen“, erinnert sie sich. „Bei Wolfgang Bachler beispielsweise, der eine Cobra-Einheit führte und oft um Leben und Tod verhandelte. Ich habe mich mit dem Harvard-Konzept auseinandergesetzt, mit Jack Nasher, Chris Voss (FBI-Verhandlungsführer bei Geiselnahmen, Anm.) und vielen anderen.“ Keiner habe allerdings eine befriedigende Antwort auf ihre zentrale Frage geliefert: „Wie wachse ich im Moment einer herausfordernden Verhandlung über mich selbst hinaus – auch wenn mir vielleicht das Selbstbewusstsein fehlt?“
Mut, für sich selbst einzustehen
Nach jahrelangem Learning by Doing ist Silke Annina Hofer mittlerweile selbst Trainerin, die vor allem Frauen für bevorstehende Verhandlungen fit macht. Das können berufliche Verhandlungen sein, aber auch solche im Gerichtssaal: „Generell kommen Kundinnen und Kunden zu mir, wenn sie durch extrem schwierige Situationen gehen“, fasst Hofer zusammen.
Das Um und Auf, das sie ihren KlientInnen vermitteln will, ist die Freude am Verhandeln. „Eine Verhandlungssituation ist wie ein Spiegel – ich lerne so viel über mich selbst und die anderen. Das ist jedes Mal ein Gewinn – selbst dann, wenn die konkrete Verhandlung nicht ganz so ausgeht, wie ich es mir ursprünglich gewünscht habe.“ Auch müssen viele erst lernen, für sich selbst und die eigenen Ziele einzustehen. Die meisten tun sich leichter, für andere zu verhandeln. „Frauen lernen früh, dass sie dann wertvoll sind, wenn sie sich für andere einsetzen.“ Ganz so selbstlos ist das allerdings nicht, denn auch hier geht es letztlich um Bestätigung von außen. Warum also nicht gleich für die eigenen Ziele eintreten?
Kompetenz signalisieren
Und dann ist da noch die Sache mit der Körpersprache. Viele Frauen haben gelernt, sich „nicht bedrohlich“ zu verhalten, indem sie mit besonders hoher Stimme sprechen oder bestätigend lächeln. Dabei, so Hofer, vermitteln tiefe Stimmlagen Kompetenz.
Burschen tun sich da leichter. „Meine Tennistrainerin erzählt mir, dass Burschen in ersten Matchsituationen gleich auf Punkte spielen, während Mädchen eher bemüht sind, schön hin und her zu spielen.“ Unsere Erziehungskultur trimmt Burschen eher auf Wettbewerb. Mädchen und Frauen müssen sich diese Haltung und innere Stärke erst aneignen. „Was aber nicht heißt, nach außen ‚hart‘ aufzutreten“, sagt Hofer. „Im Gegenteil. Mein Ziel ist: Hart in der Sache, weich im Außen.“
Keine Angst vor Stille
Und wie funktioniert das in der Praxis? „Reinpoltern und den anderen niedermachen bedeutet nicht, die Verhandlung zu führen“, erklärt Hofer. „Ich sage meinen Klientinnen und Klienten: Wenn ihr 30 Prozent redet und die Gegenseite 70 Prozent, ist es viel wahrscheinlicher, dass ihr die Verhandlung führt.“ Oft geht es darum, die richtigen Fragen zu stellen: „Die Macht der Stille ist ein tolles Instrument, um die eigene Macht zu steigern.“
2. Harvard-Konzept: Sonja Rauschütz: Gute Ergebnisse, gute Beziehungen
Verhandeln ist keine elitäre Kunst, die nur in der Diplomatie und Wirtschaft zum Einsatz kommt, sondern eine alltägliche Praxis. Denn die schwierigsten Gespräche führen wir nicht mit Fremden, sondern mit Menschen, die uns nahestehen oder aus unserem direkten beruflichen Umfeld stammen. Gerade dort zeigt sich, ob wir bereit sind zuzuhören, Perspektiven zu wechseln und gemeinsam Zeit in gute Lösungen zu investieren. Verhandeln ist dabei mehr als das Durchsetzen der eigenen Position. Oder, wie es Sonja Rauschütz, Leiterin der Wiener Schule für Verhandlungsführung, formuliert: „Wollen Sie recht haben oder wollen Sie ein gutes Ergebnis erzielen?“
Fairness ist Trumpf
Denn besonders nachhaltig sind Verhandlungsergebnisse dann, wenn sie von allen Beteiligten als fair empfunden werden. Dazu Rauschütz: „Fairness ist ein menschliches Bedürfnis und basiert auf dem Austausch über objektivierbare Standards; wer eine Lösung als fair empfindet, wird eher bereit sein, gemeinsam kreativ zu denken. Diese Strategie basiert auf einem Prinzip des interessenbasierten Verhandelns nach dem Harvard-Konzept. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Interessen und Bedürfnissen der verhandelnden Parteien, nicht auf starren Forderungen.“
Entwickelt wurde das „Harvard-Konzept“ vom amerikanischen Rechtswissenschaftler Roger Fisher gemeinsam mit William Ury und Bruce Patton. Der Titel ihres 1981 erschienenen Buches bringt die Methode auf den Punkt: „Getting to Yes“.
Menschen machen den Unterschied
In jeder Verhandlung gibt es drei Komponenten: die Themen (Was), den Ablauf (Wie) und die Beteiligten (Wer). Alle drei sollten berücksichtigt werden. „Darum“, so Rauschütz, „fragen Sie sich nach einer Verhandlung: Wird sich das nächste Gespräch leichter gestalten? Ist die Beziehung besser als vorher?“ Oft helfen hier der gesunde Hausverstand und die Einstellung: „Wenn mein Gegenüber ebenfalls gewinnt, bin auch ich erfolgreicher.“
„Dazu kommt, dass wir uns selbst oft als rational einschätzen – zugleich aber hochgradig irrational handeln. Die gute Nachricht ist, dass wir bestimmten Mustern folgen“, sagt Rauschütz. Andererseits kann Stress individuelle, negative Verhaltensmuster verstärken. Um sich selbst und andere im Konflikt zu führen, sollten Verhandlungsprofis darum möglichst stressresistent sein.
Ebenfalls notwendig für gutes Verhandeln nach der Harvard-Methode: der Perspektivenwechsel. Ihn kennt Rauschütz, die nahe am „Eisernen Vorhang“ aufwuchs, von Kindesbeinen an. „Ich habe früh verstanden, dass alles im Leben eine andere Seite hat.“ Gute VerhandlerInnen, sagt sie, sind entsprechend anpassungsfähig und suchen sich Verbündete mit unterschiedlichem Hintergrund.
Professionelle Vorbereitung
Wie soll man sich nun aber vorbereiten? „Die erste und wichtigste Voraussetzung ist, Zeit für die Vorbereitung einzuplanen. Viele VerhandlerInnen kennen ihre eigenen Interessen nicht“, sagt Rauschütz – ein Problem, das oft in großen Organisationen auftritt und finanzielle Einbußen bewirken kann. Wenn unterschiedliche Abteilungen unterschiedliche Ziele verfolgen, sollten diese intern abgestimmt werden, bevor extern verhandelt wird. Ist eine Verhandlung wichtig, gilt die Zwei-zu-eins-Empfehlung: zwei Stunden Vorbereitung für eine Stunde Verhandlungsdauer.
Prozess, Prozess, Prozess
Sonja Rauschütz ist es wichtig, ein Gespräch aktiv zu gestalten: „Wer den Prozess führt, bestimmt das Ergebnis“, lautet eine ihrer Kernaussagen. Professionelle VerhandlerInnen klären immer die Absicht eines Gesprächs: Warum sind wir hier und wo möchten wir heute hin? Ein Tipp von Rauschütz: „Fragen Sie Ihr Gegenüber doch einfach: ‚Was wäre für Sie heute ein gutes Ergebnis?‘“ Umso besser, wenn es dabei gelingt, auf unterschiedliche Persönlichkeitstypen und deren Bedürfnisse einzugehen; die wahre Kunst ist, zugleich selbst flexibel zu bleiben. Sollte der Tonfall in der Verhandlung einmal besonders emotional oder beleidigend werden, gilt es, den eigenen Fokus nicht zu verlieren. Dazu Rauschütz: „Verhandlungsprofis bauen Brücken, über die die anderen gehen können.“
Lektüretipps von Sonja Rauschütz
Der Klassiker
- Roger Fisher, William Ury, Bruce Patton (1981): Das Harvard-Konzept. Random House.
Die Psychologie des Verhandelns für Führungskräfte
- Nate Regier PhD (2023): Compassionate Accountability: How Leaders Build Connection and Get Results. Berrett-Koehler Publishers.
- Marin Permantier (2023): Haltung erweitern: ICH, WIR, ALLE gestalten Transformation
3. Spieltheorie: Clemens Löffler: Die eigenen Karten geschickt ausspielen
Wer die Spieltheorie nutzt, um sich auf eine Verhandlung vorzubereiten, sollte sein Gegenüber möglichst gut kennen. Oder zumindest einschätzen können, wie es sich verhält. Denn diese Methode, mit der sich der Wirtschaftswissenschaftler Clemens Löffler befasst, funktioniert wie eine Blackbox, die verschiedene Varianten und Verläufe enthält. Um aber zu verstehen, unter welcher Voraussetzung sie getriggert werden, sollte man sich im Vorfeld eine Reihe wesentlicher Fragen stellen, erklärt Löffler: „Bin ich in der stärkeren oder schwächeren Verhandlungsposition? Wie groß ist mein Spielraum? Habe ich mehr Informationen als die anderen? Wie und wann möchte ich diese herausgeben? Will ich meine Intention offenlegen oder verschleiern? Triggert meine Aktion eine aggressive oder zurückhaltende Reaktion? Wie viel Zeit habe ich? Werden wir über einen längeren Zeitraum verhandeln oder haben wir eine Take-it-or-leave-it-Situation? Je nach Antwort werden die eigene Strategie und der Verhandlungsprozess unterschiedlich ausfallen.“
Wie sieht das aber in der Praxis aus? Wann würde man zum Beispiel eine Information bewusst zurückhalten? „Im unternehmerischen Umfeld wäre das Budget das klassische Beispiel“, sagt Clemens Löffler. „Als Kaufinteressent werde ich in einer Preisverhandlung eine niedrige Zahlungsbereitschaft signalisieren.“ Dabei spielt man die eigene Finanzlage oder Position am Markt schon mal herunter, damit der Zulieferer den Einkaufspreis möglichst niedrig ansetzt.
Was erwartet mein Gegenüber von mir?
Oft macht auch die Betonung die Musik: Verhandelt etwa ein Start-up mit einem Investor, wird es die eigenen Potenziale akzentuieren, die Risiken hingegen kleinreden. In diesem Fall ist es für die Geldgeber wichtig, Projekt und Gründerteam genau zu screenen. „Mit der Zeit“, erklärt Clemens Löffler, „werden beide Seiten ein Gefühl für folgende Frage entwickeln: Wie viel Prozent der Wahrheit erzählen mir die anderen überhaupt?“
Dieses Vorwissen ist wichtig. Denn, so Löffler: „Wer sich mit Spieltheorie befasst, weiß, dass man in solchen Situationen den anderen scharf mitreflektieren muss: Wenn ich etwa als Startup-Gründer 100 Prozent der Risiken kommuniziere, also mit offenen Karten spiele, denkt das Investorenteam vielleicht, dass immer noch 30 Prozent im Dunkeln liegen.“ In diesem Fall zum Nachteil dessen, der ungewöhnlich offen kommuniziert.
Klassisches Beispiel: Gehaltsverhandlung
Kluge VerhandlerInnen setzen Informationen gezielt ein. Löffler nennt dazu ein weiteres Beispiel, das wir alle kennen: die Gehaltsverhandlung. Jeder und jede möchte hier möglichst positiv rüberkommen. „Signalling“ lautet der Fachbegriff für entsprechend bewusst gesetzte Signale (siehe Factbox): „Viele KandidatInnen werden zeigen, dass sie durchsetzungsstark oder intelligent oder bereit sind, hart zu arbeiten. Beim Signalling signalisiere ich hingegen etwas, das jemand anderer, weniger Geeigneter, nicht signalisieren könnte – zeige etwa das Zeugnis einer gewissen Universität oder sage etwas, was jemand, der weniger gut passt, gar nicht wissen würde.“
Dabei gilt es, vorausschauend zu agieren wie bei einem Strategiespiel. Es kommt nicht nur darauf an, gute Karten zu haben, sondern auch darauf, sie geschickt auszuspielen. „In manchen Situationen kann es sogar gut sein, gleich mit den höchsten Karten rauszugehen, in anderen hält man sie so lang wie möglich zurück oder wartet auf den letzten Stich. Und: Manchmal ist es wichtig, zu bluffen.“
Was ist Spieltheorie?
Spieltheorie ist ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaften, das strategische Entscheidungen zwischen mehreren AkteurInnen analysiert. Der Begriff wurde im interdisziplinären Sachbuch „Theory of Games and Economic Behavior“ (1944) von John von Neumann und Oskar Morgenstern geprägt.
Weitere wichtige Vertreter dieses Denkens sind John Nash, der das Gleichgewichtskonzept entwickelte, sowie Thomas Schelling und Reinhard Selten, die die Theorie in Richtung Politik, Verhandlungstaktik und Psychologie weiterdachten.
Spieletipps von Clemens Löffler
Siedler von Catan: „Ein klassisches Brettspiel, in dem man das Grundkonzept einer Verhandlung verstehen lernt. Man handelt mit Ressourcen wie Holz, Wolle, Getreide oder Erz und weiß nicht genau, was die MitspielerInnen wollen, was sie brauchen und was für sie Wert hat. Und, ganz wichtig: Am Ende muss man sich sinnvoll einigen.“
Schwarzer Peter: „Ideal für junge SpielerInnen, um zu lernen: Wie bringe ich mein Gegenüber dazu, den Schwarzen Peter zu ziehen? Schiebe ich ihn weiter raus, weil der andere immer die erstbeste Karte nimmt? Oder gebe ich ihn nach links, weil er lieber von links zieht? So lernt man, mehrmals um die Ecke zu denken.“
Lektüretipps von Clemens Löffler
Populärwissenschaftliche, gut lesbare Bücher zum Thema Economics:
- Leeson, P. T. (2009). The invisible hook: The hidden economics of pirates. Princeton University Press.
- Levitt, S. D., & Dubner, S. J. (2008). Freakonomics. INCA.
Was ist Signalling?
In der Ökonomie bezeichnet es den strategischen Einsatz von Informationen, um anderen etwas über sich selbst mitzuteilen – etwa Qualifikationen, Absichten oder Qualität. Gut informierte AkteurInnen senden solche Signale in Verhandlungen gezielt aus.
Überraschend wichtig
Wer die besseren Argumente hat, gewinnt? Nicht immer. Und auch die Aussicht auf Gewinn ist für die Gegenseite oft weniger überzeugend, als man glaubt – wie zwei berühmte Studien zeigen.
Fallstricke erkennen und meiden
Verhandeln gilt als Königsdisziplin der Kommunikation. Echte Profis fokussieren souverän auf die Interaktionsdynamik – doch auch hier lauern klassische Fallen. Diese 5 Tipps von Verhandlungs-Expertin Andrea Osterer helfen Ihnen, nicht hineinzutappen.
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Nicht auf (Zeit-)Druck reagieren
Lassen Sie sich nicht in die Enge treiben. Wo knappe Fristen gesetzt werden, ist oft etwas faul. Durch Stress entstehen Fehler. Und Limitierung soll oft künstlich Engpässe erzeugen, nur um schnelle Zusagen zu erzwingen. Wer eine Partnerschaft auf Augenhöhe sucht, blufft nicht, sondern gibt Ihnen die Zeit, die Sie benötigen.
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Sitzposition überprüfen
Betreten Sie das „Revier“ des anderen, achten Sie auf das Setting: Wer Ihnen niedrigere, unkomfortable Stühle anbietet, aber selbst im gepolsterten Chefsessel Platz nimmt, will Sie einschüchtern. Ideal ist eine Sitzposition im 90-Grad-Winkel. An Konferenztischen wählen Sie das eckige oder ovale Ende, statt den anderen direkt gegenüberzusitzen. Denn je wohler Sie sich fühlen, desto souveräner können Sie agieren!
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Wer fragt, führt
Mit Fragen erfahren Ihre VerhandlungspartnerInnen, was sie wissen wollen, während Sie nur reagieren und nichts über die anderen erfahren. Drehen Sie den Spieß um und übernehmen Sie die Initiative! So schaffen Sie ein Gleichgewicht und geraten nicht in die Defensive. Auch wichtig: Suggestivfragen und Provokationen unbedingt ignorieren.
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Vorsicht bei „fiktiver Verhandlungsmasse“
Präsident Trump führt das Spiel auf der Weltbühne vor – durch Zölle oder konstruierte Ansprüche treibt er andere vor sich her, nur um dann „nachzugeben“ und sich auf einen „Deal“ einzulassen. So baut er „fiktive Verhandlungsmasse“ auf, die er als Pseudo-Zugeständnis einsetzt. Wer so vorgeht, inszeniert mit Macht und Dominanz künstlich geschaffene Realitäten.
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„Paketlösungen“ aufschnüren
Oft werden bestimmte Lösungen als Pauschalen präsentiert, was es erschwert, die einzelnen Elemente – etwa Produkte, Wartungen, Lizenzen – auf ihren Wert zu prüfen. Schnüren Sie das Paket auf und bewerten Sie die Bestandteile einzeln. Das macht Sie flexibler, und Sie können eventuell weglassen, was Sie gar nicht benötigen.
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Coverstory: Meine Ziele durchboxen?
Wir stehen nicht nur im Ring, wenn es um Millionen geht. Wir verhandeln täglich: über Budgets, Zuständigkeiten, Deadlines – und über unseren eigenen Wert. Wer dabei nur auf Durchsetzung setzt, verliert oft mehr, als er gewinnt. Denn gute Verhandlungen sind kein Schlagabtausch, sondern ein strategisches Zusammenspiel aus Haltung und guter Vorbereitung.Eine Schwerpunktstrecke zum Thema Verhandeln. -
Im Interview: Brigitte Ederer „Die Ederer, die ist ein harter Knochen“
Von Brüssel bis in die Chefetagen der Wirtschaft: Brigitte Ederer liebt das Verhandeln – und ist doch selten ganz zufrieden.Von Brüssel bis in die Chefetagen der Wirtschaft: Brigitte Ederer liebt das Verhandeln – und ist doch selten ganz zufrieden. -
Ghost Negotiator: Der unsichtbare Experte
Foad Forghani wird zu Hilfe gerufen, wenn eine Verhandlung aussichtslos scheint. Ghost oder Shadow Negotiator heißt dieser schwierige Job, bei dem Forghani am liebsten aus dem Hintergrund berät.Foad Forghani wird zu Hilfe gerufen, wenn eine Verhandlung aussichtslos scheint. Ghost oder Shadow Negotiator heißt dieser schwierige Job, bei dem Forghani am liebsten aus dem Hintergrund berät. -
„Fast tut uns Stromberg in seiner Großmannssucht leid“
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