Isabel Rodenas und Patrick Rupprecht vom Institute for Digital Transformation & Strategy (IDS) erforschten den Einfluss unterschiedlicher Rollenverteilungen im Prozess des Design Thinking auf Effizienz, Arbeitsbelastung und menschliche Kontrolle. Sie präsentierten ihre Ergebnisse auf der 18. International Conference on Human Interaction and Emerging Technologies 2026 in Venedig.
Generative KI kann Innovationsprozesse beschleunigen und die kognitive Belastung reduzieren. Gleichzeitig kann eine zu starke Rolle der KI das Gefühl menschlicher Kontrolle schwächen. Dieses Spannungsfeld untersuchten Isabel Rodenas und Patrick Rupprecht in ihrem Beitrag „Human-AI Role Allocation in Design Thinking: Contributions to Initiation, Elaboration and Decision-Making“, den sie auf der IHIET 2026 präsentierten.
Experimentelle Mensch-KI-Kooperation
In einem experimentellen Setup bearbeiteten Berufstätige in Zweierteams gemeinsam mit ChatGPT eine 60-minütige Design-Thinking-Aufgabe. Verglichen wurden zwei Formen der Zusammenarbeit. In der AI–Human–AI-Sequenz lieferte zunächst die KI erste Ergebnisse. Die Teilnehmenden diskutierten und entwickelten diese weiter, bevor die KI eine finale Version bzw. eine Vorauswahl erstellte. In der Human–AI–Human-Sequenz entwickelten die Menschen zunächst eigene Ideen, die anschließend von der KI erweitert und strukturiert wurden. Die finale Entscheidung blieb hier bei den Teilnehmenden.
Die Ergebnisse zeigen einen Abwägungsprozess zwischen Effizienz und menschlicher Kontrolle. Die AI–Human–AI-Gruppe empfand die Zusammenarbeit als nutzerfreundlicher und gab an, dass die Arbeitsbelastung geringer war. Zugleich äußerten einzelne Teilnehmende Bedenken gegenüber einer zu dominanten Rolle der KI. In der Human–AI–Human-Gruppe blieb die menschliche Steuerung stärker erhalten, was jedoch einen höheren Aufwand bei Entwicklung, Bewertung und Überarbeitung erforderte.
KI-Mehrwert als strukturierende und unterstützende Assistenz
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass generative KI insbesondere als strukturierende und unterstützende Assistenz einen Mehrwert schafft, beispielsweise bei der Ideengenerierung, Ausarbeitung, Reformulierung und Vorbewertung. Die finale Entscheidungsverantwortung sollte jedoch beim Menschen bleiben. Für KMU ist somit nicht nur wichtig, welche KI eingesetzt wird, sondern auch, wann und in welcher Rolle sie in den Innovationsprozess eingebunden wird.
Der präsentierte Konferenzbeitrag entstand im Rahmen des von der Stadt Wien (MA 23) geförderten Projekts „HybrAId”. Weitere Informationen zu „Hybrider Intelligenz in KMU“ finden Sie auf der „HybrAId“-Projektseite“.