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Campus-Blog & News

Was Wiener Würstelstände für Einheimische, Gäste und BetreiberInnen bedeuten

2. Juli 2026

Daniela Wagner vom Studienbereich Tourism & Hospitality Management präsentierte auf der Culinary and Wine Tourism Conference (CWTC) 2026 an der Hochschule Worms (D) Forschungsergebnisse zur Bedeutung der Wiener Würstelstände für Einheimische, BetreiberInnen und TouristInnen sowie zur touristischen Positionierung und kulinarischen Identität Wiens.

Wiener Würstelstände als Teil der kulinarischen Identität Wiens

Auf der CWTC 2026 stellte Daniela Wagner die Ergebnisse einer Studie vor, die sie gemeinsam mit der FHWien-Absolventin Minou Obermann zur Rolle der Wiener Würstelstände in der kulinarischen Landschaft Wiens durchgeführt hat. Im Mittelpunkt der Studie stand die Frage, wie Einheimische, TouristInnen und WürstelstandbetreiberInnen diese traditionsreiche Institution wahrnehmen.

Wiener Würstelstände sind seit Jahrhunderten Teil des Stadtbilds und wurden 2024 als immaterielles Kulturerbe von der UNESCO anerkannt. Die Studie untersucht, welche Bedeutung sie für die lokale Identität und den Städtetourismus haben.

Oft mehr als nur ein Ort der Verpflegung – für Einheimische, BetreiberInnen und Gäste

Für die Untersuchung wurden im Frühjahr 2025 insgesamt 20 Vox-Populi-Interviews mit Einheimischen und TouristInnen an Wiener Würstelständen durchgeführt. Ergänzend wurde die Perspektive der BetreiberInnen von Würstelständen anhand einer Fokusgruppendiskussion mit Mitgliedern vom Verein der Wiener Würstelstände erhoben. Die Mitglieder dieses Vereins haben sich maßgeblich für die Anerkennung als UNESCO Weltkulturerbe eingesetzt und forcieren den Erhalt der Würstelstände als Wiener Kulturgut.

Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede in der Wahrnehmung: Für viele WienerInnen sind Würstelstände weit mehr als nur Orte der Verpflegung. Sie werden mit Kindheitserinnerungen, sozialem Austausch und einem Gefühl von Vertrautheit verbunden. Unter TouristInnen zeigt sich ein differenzierteres Bild. Viele erleben die Würstelstände in Wien häufig als authentischen Zugang zur Wiener Alltagskultur oder als besonderes kulinarisches Erlebnis während ihres Aufenthalts. Andere betrachten sie hingegen lediglich als gewöhnliches Street-Food-Angebot.

Die BetreiberInnen der Würstelstände betreiben ihr Geschäft mit Leidenschaft und betrachten diese Wiener Institution als Kulturgut. Grundsätzlich setzen sie auf ein qualitativ hochwertiges klassisches Angebot bevorzugt mit regionalen Produkten, stehen aber auch Ernährungstrends (z. B. vegane Optionen) offen gegenüber. Die Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe nehmen sie als Image-Booster wahr, die den Wiener Würstelständen erhöhte Sichtbarkeit bietet.

Würstelstände als Platz sozialen Austauschs, der Geschichte und der Alltagskultur

Besonders hervorgehoben wurde sowohl von den BetreiberInnen als auch von der lokalen Bevölkerung die soziale Funktion der Würstelstände. Sie gelten als Orte, an denen unterschiedliche Menschen zusammenkommen und soziale Unterschiede in den Hintergrund treten. Die Anerkennung als UNESCO-Kulturerbe unterstreicht zudem ihre Bedeutung für die kulturelle Identität der Stadt.

Die Forschungsergebnisse zeigen, dass Wiener Würstelstände einen wichtigen Beitrag zum kulinarischen Profil Wiens leisten. Gleichzeitig bieten sie Potenzial für das Tourismusmarketing, indem sie die lokale Geschichte und Alltagskultur der Stadt für BesucherInnen erlebbar machen.

>> Zur Konferenzseite der Culinary and Wine Tourism Conference (CWTC) 2026

>> Zur Forschung im Studienbereich Tourism & Hospitality Management