Wie können Städte und Tourismusdestinationen mit gesellschaftlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Krisen umgehen? Und welche Rolle spielen dabei lokale Communities, Zusammenarbeit und Beteiligung?
Mit diesen Fragen beschäftigte sich die internationale ATLAS Annual Conference 2026, die von 23. bis 26. Juni in Leeds, UK stattfand. Cornelia Dlabaja, Stiftungsprofessorin für nachhaltige Stadt- und Tourismusentwicklung der FHWien der WKW präsentierte ihre Ergebnisse aus ihrer Forschung zu sorgetragenden Ansätzen in der Stadt- und Tourismusentwickung und den gegenwärtigen Herausforderungen der Städte einem internationalen Publikum.
Wege aus der Krise
Die ATLAS Annual Conference stand 2026 unter dem Titel „Community, Collaboration and Co-creation in Times of Crisis“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Zusammenarbeit in Zeiten gelingen kann, in denen unterschiedliche Krisen gleichzeitig auf Städte, Destinationen und ihre BewohnerInnen einwirken.
Das Konferenzprogramm griff dazu Themen wie soziale Ungleichheit, Klimawandel und gesellschaftliche Fragmentierung auf. Diskutiert wurden unter anderem Partizipation und Machtverhältnisse im Tourismus, Grassroots-Initiativen, Community-led Tourism und die Frage, wie lokale Communities auf globale Veränderungen reagieren können.
Caring for the City: Tourismus und Stadt zusammendenken
Diese Themen knüpfen unmittelbar an Dlabajas Forschungsarbeit an der FHWien der WKW an. Seit 3 Jahren beschäftigt sich im Rahmen ihrer Stiftungsprofessur mit gesellschaftlich relevanten Fragen an der Schnittstelle von Stadt, Tourismus und Standortentwicklung.
Ein wichtiger Ausgangspunkt: Nachhaltige Tourismusentwicklung lässt sich nicht losgelöst von Stadtentwicklung betrachten. BewohnerInnen, BesucherInnen und ArbeitnehmerInnen nutzen dieselben öffentlichen Räume und Infrastrukturen – mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Interessen.
Von Wien in die internationale Diskussion
Mit ihrer Forschung zur nachhaltigen Stadt- & Tourismusentwicklung bringt Dlabaja genau jene Fragen in die Diskussion ein, die auch die ATLAS Conference prägten: Wie lassen sich unterschiedliche Interessen in Städten berücksichtigen? Wie können Communities an Entwicklungsprozessen beteiligt werden? Und wie können Tourismus und Stadtentwicklung gemeinsam zu lebenswerten und resilienten Orten beitragen?
Diese Fragen sind auch für Wien relevant. Die WKW Stiftungsprofessorin begleitet unter anderem die Umsetzung der Wiener Visitor-Economy-Strategie wissenschaftlich und entwickelt ein Forschungsprogramm für nachhaltige und resiliente Standort- und Tourismusentwicklung. Beispiele dafür sind die Learning Journey Innere Stadt, die sich mit der Nutzung und Gestaltung zentraler öffentlicher Räume durch BewohnerInnen, BesucherInnen und ArbeitnehmerInnen beschäftigte und ihr Beitrag zum Vienna Playbook, wo sie Placemaking als Schnittstelle zwischen Tourismus, Stadtplanung und urbanem Leben einsetzte.
Die Teilnahme an der ATLAS Conference bot Dlabaja die Möglichkeit, diese Perspektiven in den internationalen wissenschaftlichen Austausch einzubringen. Gleichzeitig zeigt sie, wie eng aktuelle Fragen der Wiener Stadt- und Tourismusentwicklung mit internationalen Debatten über Community, Zusammenarbeit und Co-Creation verbunden sind.