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Campus-Blog & News

Das Hotel als Teil des Grätzels: Cornelia Dlabaja beim 2. Gilbert-Baudialog

17. Juni 2026

Wie kann Tourismus als Gewinn für die Stadt und ihre Bewohner wahrgenommen werden? Und welche Rolle spielt dabei die Gestaltung des öffentlichen Raums? Was kann die Architektur beitragen, damit es gelingt, ein Hotel auch als Treffpunkt der Stadtgesellschaft oder Grätzlinfrastruktur zu etablieren? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der 2. Gilbert-Baudialog am 28. Mai 2026 im Hotel Gilbert in Wien.

Gruppenfoto
© BWM/Jürgen Hammerschmid
Personen bei einem Panel
© BWM/Jürgen Hammerschmid
Gruppenfoto
© BWM/Jürgen Hammerschmid
Gruppenfoto
© BWM/Jürgen Hammerschmid
Eine Person aus dem Publikum stellt eine Frage
© BWM/Jürgen Hammerschmid
Personen bei einem Panel
© BWM/Jürgen Hammerschmid

Unter dem Titel „Das Hotel, mein guter Nachbar – Wie der Tourismus vom Feind zum Freund wird“ diskutierten ExpertInnen aus Tourismus, Wissenschaft, Politik, Architektur und Immobilienwirtschaft über das Zusammenspiel von Hotellerie, Stadtentwicklung und Lebensqualität.

Mit am Podium geladen war auch Cornelia Dlabaja, Stiftungsprofessorin für nachhaltige Stadt- und Tourismusentwicklung an der FHWien der WKW. Gemeinsam mit Erich Bernard (BWM Designers & Architects), Daniela Enzi (Wertinvest), Norbert Kettner (WienTourismus), Markus Reiter (Bezirksvorsteher Neubau) und Bernd Schlacher (Gastronom und Hotelier) diskutierte sie darüber, welchen Beitrag Hotels für das städtische Zusammenleben leisten können. Die Moderation übernahm Architekturpublizistin Franziska Leeb.

Tourismus und Stadtgesellschaft gemeinsam denken

Ausgangspunkt der Diskussion war die Beobachtung, dass Hotels oft als abgeschlossene Welten wahrgenommen werden, die wenig mit dem Alltag der Stadtbevölkerung zu tun haben. Gleichzeitig profitieren BesucherInnen von den Qualitäten einer Stadt – von ihrer Gastronomie über kulturelle Angebote bis hin zu öffentlichen Räumen und Grünflächen. Die zentrale Frage lautete daher: Was gibt der Tourismus der Stadt und ihren Bewohner zurück?

Dabei wurden Themen wie die Akzeptanz des Tourismus in der Bevölkerung, die Bedeutung öffentlicher Räume sowie die Rolle von Hotels als Orte der Begegnung und des sozialen Zusammenhalts diskutiert. Auch Architektur und Stadtplanung wurden als wichtige Faktoren genannt, um Hotels stärker in ihre Nachbarschaft einzubinden.

Placemaking als Ansatz für lebenswerte Orte

Cornelia Dlabaja brachte ihre Perspektive aus der nachhaltigen Tourismus- und Stadtentwicklung ein und verwies auf das von ihr mitentwickelte „Vienna Playbook“. Im Mittelpunkt steht dabei das Konzept von  Placemaking:

Der Ansatz verfolgt die Idee, Tourismus und Stadtentwicklung nicht getrennt zu betrachten. Vielmehr entstehen lebenswerte Orte und damit erfolgreiche Destinationen dort, wo lokale Bedürfnisse, soziale Teilhabe und die Qualität öffentlicher Räume gemeinsam gedacht werden. Hotels können dabei eine wichtige Rolle spielen – nicht nur als Beherbergungsbetriebe, sondern auch als Treffpunkte und Teil der Grätzlinfrastruktur.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass die Zukunft des Tourismus eng mit der Entwicklung lebenswerter Städte verbunden ist. Ein erfolgreicher Tourismus entsteht dort, wo auch die lokale Bevölkerung profitiert – und wo Hotels als Teil der Stadt verstanden werden.

Mehr Informationen über die Forschungsarbeit der Stiftungsprofessur finden Sie hier.