Wie können Städte mit den Herausforderungen des Overtourismus umgehen? Welche Auswirkungen hat ein hoher Besucherandrang auf das tägliche Leben der BewohnerInnen? Und welche Strategien helfen dabei, Besucherströme nachhaltig zu steuern? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Studierenden des Master-Studiums Urban Tourism & Visitor Economy Management der FHWien der WKW bei einer zweitägigen Exkursion nach Venedig. Die Lagunenstadt ist mit 15 Millionen BesucherInnen pro Jahr auf 50.00 EinwohnerInner eine der meistbesuchten Städte der Welt und somit ein idealer Lernort, um diese Fragen zu bearbeiten.
Lernen im Living Lab
Unter dem Motto „Learning from the Challenges of our Cities“ führte die Exkursion die Studierenden mitten in eine der weltweit meistdiskutierten Destinationen im Zusammenhang mit Overtourism. Gemeinsam mit den Lehrenden Cornelia Dlabaja und Maria Katelieva analysierten die TeilnehmerInnen vor Ort die vielfältigen Auswirkungen des Tourismus auf die BewohnerInnen Venedigs, aber auch die Infrastruktur und Versorgungsangebote.
Venedig wurde dabei zum „Living Lab“, in dem theoretische Konzepte unmittelbar mit Beobachtungen vor Ort verknüpft werden konnten. Die Studierenden dokumentierten ihre Erkenntnisse durch Feldnotizen, Fotografien, Kartierungen und Gespräche mit Menschen vor Ort.
Fachlicher Austausch mit ExpertInnen
Ein wichtiger Bestandteil der Exkursion war der Austausch mit internationalen ExpertInnen. An der Università Iuav di Venezia erhielten die Studierenden von Giovanna Marconi Einblicke in Methoden zur Analyse urbaner Räume. Andrea Baldin und Dario Cetocchi der Università Ca‘ Foscari Venezia sprachen über Overtourism und die Kulturszene in Venedig. Ergänzt wurde das Programm mit einem Input zu Tourismusakzeptanz und Besucherlenkung. Dabei wurde diskutiert, wie Destinationen Besucherströme steuern und gleichzeitig die Lebensqualität der lokalen Bevölkerung sichern können.
Nachhaltigkeit und Forschung vor Ort
Neben wissenschaftlichen Perspektiven stand auch die touristische Praxis im Fokus. Beim Besuch des Hotel Indigo Venice erhielten die Studierenden Einblicke in nachhaltige Ansätze in der Hotellerie und deren Umsetzung im täglichen Betrieb.
Den Abschluss bildete eine eigenständige Forschungsphase, in der die Studierenden individuelle Fragestellungen zum Thema Overtourism vertieften. Die Exkursion verband damit wissenschaftliche Analyse, internationale Zusammenarbeit und praxisnahe Feldforschung – und zeigte, wie komplex die Herausforderungen touristischer Städte heute sind.
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