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Campus-Blog & News

Mädchen für MINT-Berufe begeistern

17. Juni 2026

„Dort, wo Mädels schon sind, fühlen sich Mädels wohl.“ Mit diesem Satz brachte eine interviewte Person die Ergebnisse des diesjährigen Praxisprojekts im 4. Semester des Bachelor-Studiums Personalmanagement an der FHWien der WKW auf den Punkt.

Wie können Unternehmen ihre Lehrlingsausbildung so gestalten, dass junge Frauen in MINT-Berufen nicht nur einsteigen, sondern langfristig bleiben wollen? So die Frage des Aufraggebers MINTality Stiftung an die Studierenden. Die MINTality Stiftung setzt sich als Ziel, Mädchen und junge Frauen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu begeistern, stereotype Rollenbilder abzubauen sowie mehr weibliche Talente für MINT-Berufe zu gewinnen. Die Studierenden hatten nach dem Kick-off ein Semester Zeit, um diese Frage mit Hilfe von Literaturrecherche und Interviews zu beantworten.

Wissenschaftliche Erkenntnisse mit Praxisbezug

Nach mehreren Monaten Forschungsarbeit präsentierten sechs Studierenden-Gruppen ihre Ergebnisse bei einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung mit der MINTality Stiftung an der FHWien der WKW. Die zentrale Erkenntnis aus den Interviews mit weiblichen Lehrlingen, HR-Verantwortlichen, AusbilderInnen und Führungskräften aus österreichischen MINT-Unternehmen: Junge Frauen bleiben dort, wo sie sich zugehörig fühlen, Unterstützung erhalten und echte Entwicklungsperspektiven sehen.

Sechs zentrale Handlungsempfehlungen

Die Forschung machte nicht nur bestehende Herausforderungen sichtbar, sondern zeigte auch, dass viele Unternehmen bereits auf einem guten Weg sind und zahlreiche der identifizierten Empfehlungen bereits umsetzen. Über alle sechs Projektarbeiten hinweg kristallisierten sich ähnliche Handlungsempfehlungen heraus:

  1. Weibliche Vorbilder sichtbar machen: Role Models, weibliche Führungskräfte, Lehrlinge auf Messen sowie Erfahrungsberichte schaffen Identifikationsmöglichkeiten und stärken das Zugehörigkeitsgefühl.
  2. Regelmäßige Feedback- & Entwicklungsgespräche etablieren: Strukturierte Reflexions- und Feedbackformate fördern Motivation, Selbstvertrauen und die fachliche Entwicklung junger Frauen.
  3. Mentoring- & Buddy-Programme ausbauen: Feste Ansprechpersonen erleichtern insbesondere im ersten Lehrjahr die Integration und schaffen Sicherheit im Arbeitsalltag.
  4. Psychologische Sicherheit und offene Kommunikation fördern: Eine konstruktive Fehlerkultur, respektvolle Zusammenarbeit und niederschwellige Möglichkeiten zur Ansprache von Problemen stärken die Bindung an das Unternehmen.
  5. Führungskräfte für Diversität sensibilisieren: Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Führungskräfte eine Schlüsselrolle bei Inklusion, Chancengleichheit und der Förderung weiblicher Lehrlinge einnehmen.
  6. Frühzeitig ansetzen Kooperationen mit Schulen: Schnuppertage, Girls‘ Days und eine stereotypenfreie Berufsorientierung wurden von mehreren Gruppen als zentrale Hebel identifiziert, um mehr Mädchen für MINT-Berufe zu begeistern.

Gemeinsam für mehr Vielfalt in MINT

Das Praxisprojekt entstand in enger Zusammenarbeit mit der MINTality Stiftung sowie Partnerunternehmen aus Industrie und Technologie. Ein besonderer Dank gilt Verena Aichholzer und Joanna Kowolik von der MINTality Stiftung sowie den beteiligten Unternehmen A1, Fronius, Magna, Miba, KNAPP und Palfinger für ihre Unterstützung und die wertvollen Einblicke in die Praxis.

Ebenso gebührt den Studierenden großer Dank für ihr Engagement und ihre fundierte Forschungsarbeit.

Eine Botschaft zog sich dabei durch alle Projekte: MINT ist kein geschlossener Raum. MINT ist lernbar. MINT ist kreativ. MINT ist für alle da. (Zitat aus Projektbericht)

>> Mehr Informationen zum Bachelor-Studiengang Personalmanagement