Vom 29. Juni bis 3. Juli 2026 setzte die International School of Multimedia Journalism (ISMJ) das diesjährige Ausbildungsprogramm in Warschau fort. Nach der ersten Projektwoche im Februar an der FHWien der WKW arbeiteten erneut Studierende aus Österreich, Dänemark und der Ukraine in internationalen Teams zusammen. Unter dem Motto „Reporting Wars: From the Frontline to the Timeline“ beschäftigten sie sich mit den Herausforderungen des Kriegs- und Krisenjournalismus im digitalen Zeitalter.
Eröffnet wurde die Projektwoche mit ersten Gruppenarbeiten und einem Welcome Dinner im Österreichischen Kulturforum Warschau. An den folgenden Tagen arbeiteten die Teams an der SGH Warsaw School of Economics an ihren Projekten.
Während der Projektwoche entwickelten die Studierenden vier multimediale Reportagen. Die Beiträge behandelten unter anderem journalistische Ethik, Mediennarrative, Desinformation sowie die Darstellung von Geflüchteten. Unterstützt wurden sie dabei von renommierten JournalistInnen und Medienprofis.
Ergänzt wurde die Projektarbeit durch einen Vortrag des polnischen Journalisten Maciej Zakrocki. Unter dem Titel „Europe Is Forged In Crises“ gab er Einblicke in die politische Berichterstattung über Mittel- und Osteuropa sowie in die gegenwärtigen Herausforderungen des Journalismus in der Region.
„Die ISMJ verbindet internationale Zusammenarbeit mit konkreter journalistischer Praxis,“ so Daniela Süssenbacher, Head of Journalism & Media Management Study Programs an der FHWien der WKW. „Die Studierenden müssen innerhalb kürzester Zeit Informationen prüfen, unterschiedliche Perspektiven abwägen und eigenständige multimediale Beiträge entwickeln. Genau diese Fähigkeiten sind für eine verantwortungsvolle Kriegs- und Krisenberichterstattung essenziell.“
Den Abschluss der Projektwoche bildeten die Präsentationen im Österreichischen Kulturforum Warschau. Dort stellten die vier internationalen Teams ihre Multimedia-Reportagen vor und erläuterten ihre Recherchen, journalistischen Entscheidungen sowie die Entstehung ihrer Beiträge.
Im Rahmen der beiden Projektwochen in Wien und Warschau bot die International School of Multimedia Journalism den diesjährigen TeilnehmerInnen erneut die Möglichkeit, internationale Zusammenarbeit und journalistische Praxis unter realen Bedingungen zu erleben. Die Studierenden arbeiteten in interkulturellen Teams und setzten sich intensiv mit den Herausforderungen des Kriegs- und Krisenjournalismus auseinander.
Gleichzeitig entstanden unterschiedlichste multimediale Reportagen, die zeigen, wie vielfältig journalistische Perspektiven auf Krieg und Medien sein können. Damit leistete die ISMJ auch 2026 einen Beitrag zur Ausbildung einer neuen Generation verantwortungsbewusster JournalistInnen.
Die vier Reportagen im Überblick
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Das Projekt „Framing the Frontline: Ukraine Coverage Across Denmark, Germany, and Poland“ vergleicht die Berichterstattung über den Krieg gegen die Ukraine in Dänemark, Deutschland und Polen. Das Team sprach u.a. mit internationalen JournalistInnen darüber, wie sich die mediale Aufmerksamkeit verändert hat, welche Narrative die Berichterstattung prägen und welche Geschichten weiterhin zu wenig erzählt werden. Multimedia-Reportage von: Anna Pedersen, Valentina Perner, Marta Stetsko and Andriiana Ilkiv. |
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„Beyond the Headlines – the Scope and Limits of War Reporting“ beschäftigt sich mit den ethischen Herausforderungen der Kriegs- und Krisenberichterstattung. Im Mittelpunkt stehen die Frage nach den Grenzen der Darstellung sowie die Auswirkungen einer kontinuierlichen Konfrontation mit Kriegsnachrichten auf das Publikum. Für die Reportage führte das Team Gespräche mit MedienexpertInnen, JournalistInnen und vom Krieg betroffenen Personen. Multimedia-Reportage von: Aviana Horvath, Elsa Mayringer, Solomiia Bodnarchuk, Sofiia Dubik and Marcus Norup Refsgaard. |
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Die Reportage „Whose ●RECponsibility: Images of Ukrainian Women Refugees in Polish Media“ untersucht, wie ukrainische geflüchtete Frauen in polnischen Medien dargestellt und in der Warschauer Bevölkerung wahrgenommen werden. Dafür sprach das Team sowohl mit ukrainischen Frauen, die in Polen leben, als auch mit Menschen in Warschau. Multimedia-Reportage von: Zoriana Katola, Renja Natalia Prechtl, Solomiia Stanovych, Signe Nielsen and Christoph Bosnjak |
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Mit der Rolle der Kunst in der Auseinandersetzung mit Krieg befasst sich „Breathing the Air of War – Telling Stories of the War in Ukraine through Art“. Durch Besuche von Ausstellungen in Warschau und Gespräche mit ExpertInnen untersuchte das Team, ob Kunst Empathie und Verständnis fördern und Perspektiven vermitteln kann, die über Fakten, Schlagzeilen und klassische Nachrichtenbeiträge hinausgehen. Multimedia-Reportage von: Gustav S. Frisch, Iwan Kasprzyk, Yuliia Musianovych, Oleksandra Zharska and Tamila Koval. |
Über die International School of Multimedia JournalismDie ISMJ wurde nach der Annexion der Krim und dem Beginn des Russisch-Ukrainischen Kriegs 2014 ins Leben gerufen. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Studienbereich Journalism & Media Management der FHWien der WKW, der Ukrainisch-Katholischen Universität Lwiw und dem OeAD-Kooperationsbüro in Lemberg. Ziel war es, die Verbindung beider Länder zu stärken und ein Zeichen der Unterstützung für die Ukraine zu setzen. Seit dem zweiten Jahr ihres Bestehens sind die Danish School of Media and Journalism und das Georgian Institute of Public Affairs als weitere Projektpartner beteiligt.
Das Projekt wird mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) durchgeführt und in Kooperation mit der Ukranian Catholic University, dem Ukraine Office Austria,sowie dem Österreichischen Kulturforum Warschau umgesetzt. Weitere Informationen über die International School of Multimedia Journalism und alle entstandenen Projektarbeiten können auf der Projekt-Website nachgelesen werden. |

