Von 17. bis 20. Juni 2026 trafen sich Forschende und ExpertInnen in Venedig zur EURA 2026 Conference. Unter dem Titel „Cities under Strain – Rethinking the Ungovernable“ diskutierten sie aktuelle Herausforderungen der Stadtentwicklung – von Wohnraum und Mobilität über Klimawandel bis hin zu Overtourism. Im Rahmen des Tracks „Heritage under Overtourism“ war auch die Stiftungsprofessur für nachhaltige Stadt- und Tourismusentwicklung Cornelia Dlabaja der FHWien der WKW vertreten.
Forschung zu Placemaking und nachhaltiger Stadtentwicklung
Cornelia Dlabaja präsentierte ihren Vortrag „Caring for the City – Placemaking in Tourism and Urban Development“ im Panel „Communities of place, social inequalities, spatial justice“. Dabei standen Fragen im Mittelpunkt, die viele Städte weltweit beschäftigen: Wie können öffentliche Räume so gestaltet werden, dass sie sowohl den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung als auch jenen von BesucherInnen gerecht werden? Und wie kann Tourismus zur positiven Entwicklung von Stadtquartieren beitragen?
Die Forschung der Stiftungsprofessur untersucht diese Herausforderungen an der Schnittstelle von Stadt- und Tourismusentwicklung. Im Fokus steht der Placemaking-Ansatz, der öffentliche Räume nicht nur als Orte der Nutzung, sondern auch als Räume für Begegnung, Teilhabe und soziale Beziehungen versteht. Ziel ist es, resiliente, inklusive und lebenswerte Orte zu schaffen, die langfristig sowohl für BewohnerInnen als auch für Gäste attraktiv bleiben.
Impulse für den internationalen Austausch
Die Teilnahme an der EURA-Konferenz bot die Möglichkeit, Forschungsergebnisse mit einem internationalen Fachpublikum zu diskutieren und Erfahrungen aus unterschiedlichen Städten und Regionen zu vergleichen. Gerade Venedig, das weltweit als Beispiel für die Herausforderungen des Overtourism gilt, bildete dafür einen besonders passenden Rahmen.
„Städte bleiben dann für BesucherInnen attraktiv, wenn sie vor allem für die Menschen funktionieren, die dort leben. Placemaking hilft dabei, Tourismus und Stadtentwicklung gemeinsam zu denken und öffentliche Räume so zu gestalten, dass sie Lebensqualität, Teilhabe und Begegnung fördern,“ sagt Cornelia Dlabaja.
Forschung mit Praxisbezug
Die Stiftungsprofessur für nachhaltige Stadt- und Tourismusentwicklung erforscht neue Ansätze für resiliente und nachhaltige Stadt- und Tourismusentwicklung. Im Mittelpunkt stehen Fragen des Visitor Economy Managements, der Gestaltung öffentlicher Räume sowie der Zusammenarbeit zwischen Forschung, Stadtplanung und Tourismuspraxis.