Alexander Schmid vom Institute for Digital Transformation & Strategy (IDS) zeigte beim Forum Einkauf JahresTreffen 2026 des Österreichischen Produktivitäts- und Wirtschaftlichkeits-Zentrums (ÖPWZ) auf, wie aus rohen Daten mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) wertvolle Informationen für Einkauf und Logistik gewonnen werden können. Im Mittelpunkt standen konkrete Anwendungen aus der Unternehmenspraxis und der Transfer von Forschung in nutzbare Lösungen.
KI zwischen Forschung und Unternehmenspraxis
Der Leiter des von der Stadt Wien (MA 23) geförderten Kompetenzteams für humanzentrierte Technologie und KI-Assistenz in der Zustell- und Transportlogistik (HumAInLog) am IDS sprach beim Forum Einkauf JahresTreffen 2026 des ÖPWZ darüber, wie Unternehmen KI und Echtzeitdaten sinnvoll einsetzen können, um Entscheidungen im Einkauf und in der Logistik zu verbessern.
Gemeinsam mit Christian Schweiger, Einkaufsleiter bei KLINGER Fluid Control GmbH, und Ruben Hetfleisch von Klartext AI gestaltete Alexander Schmid den Auftaktvortrag „Vom Lehrling zum Gesellen für den Meister: Künstliche Intelligenz im Einkauf“. Dabei verband das Vortragsteam wissenschaftliche Ansätze mit konkreten betrieblichen Anwendungen.
Daten sichtbar und nutzbar machen
Der HumAInLog-Projektleiter zeigte anhand von Beispielen bei KLINGER Fluid Control GmbH welchen Beitrag die Digitalisierung bereits heute leisten kann. Eine Big-Data-Analytics-Plattform (BDAP) führt Echtzeitdaten aus unterschiedlichen IT-Systemen zusammen und stellt relevante Kennzahlen übersichtlich dar. Dadurch erhalten alle Entscheidungsebenen im Unternehmen – von der Geschäftsführung bis zu den operativ tätigen Beschäftigten – fundierte Informationen aus umfassenden Rohdaten als Grundlage für bessere Entscheidungen.
Ein interaktives Lieferantendashboard macht wiederum Kennzahlen wie Preisentwicklungen, Termintreue, Lieferzeiten oder Qualität transparent. Ergänzend wurden stochastische Bedarfsprognosen vorgestellt. Dabei werden historische Verbrauchsdaten analysiert, um zukünftige Materialbedarfe möglichst präzise vorherzusagen und Lagerbestände sowie Lieferfähigkeit besser auszubalancieren.
Technologie soll Menschen unterstützen
Die vorgestellten Ansätze weisen enge Verbindungen zu HumAInLog auf. Das Kompetenzteam untersucht, wie Technologien und KI-basierte Assistenzsysteme so eingesetzt werden können, dass logistische Prozesse effizienter und nachhaltiger werden und gleichzeitig die Bedürfnisse der Menschen berücksichtigt werden.
Der Vortrag beim ÖPWZ machte somit deutlich, dass Digitalisierung und KI kein Selbstzweck sind. Entscheidend ist, Daten, Prozesse und technologische Werkzeuge so miteinander zu verbinden, dass sie Menschen bei fundierten Entscheidungen unterstützen.