Wie verändert KI die Hochschullehre? Rund 300 ExpertInnen aus dem Hochschulumfeld diskutierten darüber bei einer internationalen Konferenz in Breda. Die FHWien der WKW war mit zwei Beiträgen vertreten.
Rund 300 Hochschullehrende, Forschende und BildungsexpertInnen beschäftigten sich bei der internationalen Konferenz „Teaching and Learning with AI in Europe“ (19. und 20. Oktober 2026) in Breda mit der Frage, wie KI die Hochschullehre verändert. Für die FHWien der WKW waren durch Simone Zwickl, Academic Expert & Lecturer Strategic Communication Management, und Ilona Pezenka, Leiterin des MA23-geförderten Kompetenzteams Brückenkurse Wissenschaftliches Arbeiten, mit zwei Beiträgen vertreten.
Die erstmals in Europa durchgeführte Konferenz wurde von der Breda University of Applied Sciences in Kooperation mit der University of Central Florida (UCF) organisiert. Im Mittelpunkt standen der praktische Einsatz von KI in der Hochschullehre, innovative didaktische Konzepte sowie Fragen der Leistungsbeurteilung, akademischen Integrität und des verantwortungsvollen Umgangs mit KI. Neben Fachvorträgen bot die Konferenz Raum für interaktive Diskussionen und internationalen Erfahrungsaustausch.
Prüfen in Zeiten von KI
Simone Zwickl beschäftigte sich in ihrem Vortrag „Exam Settings at the Age of AI Based on Bloom’s Taxonomy Model“ mit der Frage, wie Prüfungsformate im Zeitalter generativer KI gestaltet werden können. Die zugrunde liegende Fragestellung wurde im Rahmen einer Arbeitsgruppe an der FHWien der WKW entwickelt. Ausgehend von Blooms Taxonomie zeigte sie auf, wie unterschiedliche kognitive Lernziele bei der Entwicklung zeitgemäßer Prüfungsformate berücksichtigt werden können und welche Herausforderungen und Möglichkeiten sich durch den Einsatz von KI ergeben.
KI-TutorInnen helfen beim wissenschaftlichen Arbeiten
Ilona Pezenka präsentierte das Poster „AI Tutors in Thesis Supervision: A Socratic Approach to Research Skills Development“. Vorgestellt wurden sechs KI-TutorInnen, die im Rahmen des von der Stadt Wien (MA 23) geförderten Projekts „Brückenkurse wissenschaftliches Arbeiten“ entwickelt wurden. Diese unterstützen Studierende bei unterschiedlichen Schritten des wissenschaftlichen Forschungsprozesses – von der Themenfindung über die Literaturrecherche bis zur Wahl geeigneter Forschungsmethoden. Im Mittelpunkt steht ein sokratischer Ansatz: Statt fertige Lösungen vorzugeben, regen die KI-Tutor durch gezielte Fragen und Feedback zum eigenständigen wissenschaftlichen Denken an.
Die Konferenz bot Gelegenheit, die an der FHWien der WKW entwickelten Ansätze einem internationalen Fachpublikum vorzustellen, Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse für den Einsatz von KI in der Hochschullehre mitzunehmen.