Was haben Wohnsitzfragen, Unternehmensentscheidungen, Privatstiftungen und Formel-1-Piloten gemeinsam? Sie alle können steuerlich hochkomplex werden, sobald internationale Bezüge ins Spiel kommen.
Genau darum ging es am 7. Mai 2026 in einem Gastvortrag zum Thema „International Taxation“ im Rahmen der Lehrveranstaltung „International Management“ im 4. Semester des Bachelorstudiengangs Finanz-, Rechnungs- und Steuerwesen an der FHWien der WKW.
Den Gastvortrag hielten Herr Mag. (FH) Michael Szücs, Partner and Head of Financial Services und Frau Marlene Kraihammer, LL.M, Steuerberaterin & Tax Managerin bei Grant Thornton, einem führenden internationalen Netzwerk unabhängiger Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften. Begleitet wurden die Vortragenden von Frau Seline Grossauer, MA, Senior Associate People & Culture. Die ExpertInnen gaben den Studierenden praxisnahe Einblicke in zentrale Fragestellungen der internationalen Besteuerung und zeigten, wie schnell vermeintlich klare Sachverhalte im internationalen Kontext komplex werden können.
Internationale Versteuerung richtig gemacht
Zu Beginn standen die beschränkte und unbeschränkte Steuerpflicht natürlicher Personen in Österreich im Fokus. Anhand konkreter Beispiele erläuterten die Vortragenden, welche Rolle Wohnsitz, gewöhnlicher Aufenthalt und Verfügungsmacht spielen und warum diese Begriffe in der Beratungspraxis oft entscheidend sind. Auch bei Unternehmen und anderen juristischen Personen ist die steuerliche Zuordnung nicht immer eindeutig. Diskutiert wurden unter anderem der Ort der Geschäftsleitung, also jener Ort, an dem wesentliche Entscheidungen getroffen werden, sowie der Ort der Gründung. Die Beispiele machten deutlich, wo Abgrenzungsfragen entstehen können und warum steuerliche Expertise gerade bei internationalen Strukturen unverzichtbar ist.
Besonders anschaulich wurde es beim Blick in die Welt des Spitzensports: Die Besteuerung von Formel-1-Piloten zeigt, wie komplex internationale Steuerfragen werden können, wenn berufliche Tätigkeiten regelmäßig in unterschiedlichen Ländern ausgeübt werden. Ergänzend wurden auch steuerrechtlich relevante Aspekte von Privatstiftungen beleuchtet.
Darum braucht es Doppelbesteuerungsabkommen
Im zweiten Teil des Vortrags ging es um Doppelbesteuerungsabkommen: Warum braucht es sie, wie sind sie aufgebaut und wie helfen sie dabei, eine doppelte Besteuerung grenzüberschreitender Einkünfte zu vermeiden? Auch hier sorgten praxisnahe Fallbeispiele dafür, dass theoretische Grundlagen greifbar wurden und die Studierenden steuerliche Sachverhalte kritisch hinterfragen konnten.
Der Gastvortrag machte deutlich, dass internationale Besteuerung weit mehr als ein abstraktes Regelwerk ist. Sie verbindet rechtliche, wirtschaftliche und strategische Fragestellungen und ist damit ein hochaktuelles Themenfeld für alle, die internationale Unternehmenspraxis verstehen wollen.
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