An der FHWien der WKW begleitet „Donna, der Themenbuddy“ Studierende bei der Entwicklung erster Themenideen für die Abschlussarbeiten. Das Konzept wurde auf der Media & Learning Conference 2026 präsentiert.
Der rasante Fortschritt im Bereich der Künstlichen Intelligenz verändert auch die Hochschuldidaktik. Im MA23-geförderten Kompetenzteam „Master Propaedeutics – Brückenkurse wissenschaftliches Arbeiten“ der FHWien der WKW kommen daher in interaktiven Selbstlernstrecken eigens entwickelte Chatbots zum Einsatz. Vier KI-TutorInnen unterstützen Studierende bei der Themenfindung, der Formulierung von Forschungsfragen sowie bei Forschungsdesign und Erhebungsverfahren.
Donna, der Themenbuddy, stellt Fragen anstatt Antworten zu verraten
Ein Beispiel ist „Donna“, der Themenbuddy, die dem Prinzip des sokratischen Dialogs folgt: Anstatt Antworten zu verraten, stellt sie den Studierenden Fragen, die zur kritischen Reflexion anregen. So unterstützt sie Studierende zu Beginn des wissenschaftlichen Schreibprozesses bei der Formulierung und Eingrenzung ihrer Forschungsthemen und fördert damit kritisches Denke. Sie führt die NutzerInnen dabei durch einen strukturierten Denkprozess – von ersten Ideen bis hin zur Identifikation erster relevanter theoretischer Konzepte, mit denen die Literaturrecherche gestartet werden kann.
Studierende nehmen Donna als kompetente Lernbegleitung wahr
Melanie Dejnega aus dem Brückenkursteam präsentierte das innovative Lehrkonzept sowie Ergebnisse einer Studie zur studentischen Wahrnehmung von Donna, dem Themenbuddy, auf der Media & Learning Conference in Leuven (17.–18. Juni 2026). Die Ergebnisse zeigen, dass die KI-Tutorin von den Studierenden überwiegend als kompetent und hilfreich wahrgenommen wurde. Herausforderungen bestehen derzeit vor allem durch die Token-Beschränkungen kostenloser Lizenzen, aber auch hinsichtlich des Phänomens der „Socratic-Dialogue-Fatigue“. Viele Studierende betonten jedoch auch die Wichtigkeit des persönlichen Austauschs mit den BetreuerInnen, der unersetzbar sei.
Die Studie zeigt außerdem, dass die Studierenden durchaus einen kritischen Blick auf den Themenbuddy entwickelten: Zwar schätzten sie sie als sehr kompetent ein, in punkto Vertrauen gab es aber Abzüge: „Donna, der Themenbuddy“ wurde primär als Lern- und Prozessbegleiterin wahrgenommen und weniger als Autorität. Künftig wird daher spannend sein, wie studentische Beziehungen zu KI-TutorInnen gestaltet werden können, sodass sie optimal zum studentischen Lernerfolg beitragen.
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