Zum Hauptinhalt springen
Campus-Blog & News

Nachhaltigkeit messbar machen: INDICATE LIFE zu Gast an der FHWien der WKW

14. Oktober 2026

Wie lässt sich der CO₂-Fußabdruck von Gebäuden über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg bewerten? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Abschlussveranstaltung des Projektes INDICATE LIFE am 13. Oktober 2026 an der FHWien der WKW. ExpertInnen aus Forschung, Politik, Wirtschaft und Ausbildung diskutierten die Ergebnisse des Projekts und deren Bedeutung für die Immobilienbranche.

Erstmals belastbare CO₂-Benchmarks für Österreich

Das EU-geförderte Projekt INDICATE LIFE verfolgt das Ziel, die Umweltauswirkungen von Gebäuden europaweit nach einer einheitlichen Methodik zu bewerten und vergleichbar zu machen. Dafür untersuchte das österreichische Projektkonsortium aus ÖGNI, TU Graz, ATP sustain und einszueins architektur insgesamt 67 Referenzgebäude.

Die Ergebnisse liefern erstmals nationale Benchmarkwerte für CO₂-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes – von der Herstellung über den Betrieb bis zum Rückbau. Dabei zeigt sich: Rund die Hälfte der Emissionen entsteht während des Gebäudebetriebs. Die gewonnenen Daten schaffen eine wichtige Grundlage für künftige CO₂-Grenzwerte und politische Entscheidungen zur Dekarbonisierung des Gebäudesektors.

Von wissenschaftlichen Erkenntnissen zur praktischen Anwendung

ExpertInnen, wie Lisa Graaf vom BPIE (Buildings Performance Institute Europe), Tobias Samwald von ATP sustain, Markus Pendlmayr von einszueins Architektur und Alexander Passer von der TU Graz präsentierten aktuelle Entwicklungen der EU-Regulatorik, die österreichischen Projektergebnisse sowie Praxisbeispiele und Herausforderungen aus der Baupraxis.

In anschließenden Kleingruppendiskussionen beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Themen Daten, Ausbildung, Verantwortlichkeiten und Prozessen in der Praxis. Die Ergebnisse flossen direkt in die abschließende Paneldiskussion ein.

Carmen Dilch betont die Bedeutung der Ausbildung

In der Paneldiskussion diskutierten Carmen Dilch von der FHWien der WKW, Hannes Warmuth vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, Katharina Kothmiller von co-form zt und Lukas Röder von Scale über die Herausforderungen bei der Umsetzung.

Carmen Dilch rückte insbesondere die Bedeutung von Bildung und Kommunikation in den Mittelpunkt. Wissenschaftliche Ergebnisse allein reichen nicht aus: Fachleute müssen diese verstehen, verständlich vermitteln und in konkrete Entscheidungen einfließen lassen können. Dafür braucht es Übersetzungskompetenz zwischen unterschiedlichen Fachdisziplinen und Stakeholdern, damit diese auf Augenhöhe miteinander kommunizieren können.

Auch bei der internationalen Vergleichbarkeit von Gebäudedaten sieht Dilch weiteren Handlungsbedarf. Umso wichtiger ist es, zukünftige ImmobilienexpertInnen auf den Umgang mit komplexen Nachhaltigkeitsdaten und interdisziplinären Fragestellungen vorzubereiten.

Die Veranstaltung verdeutlichte, wie eng Forschung, Praxis und Ausbildung zusammenarbeiten müssen, um die nachhaltige Transformation der Immobilienwirtschaft voranzutreiben.

>> Mehr Informationen über den Studienbereich Real Estate Management