Vom 18. bis 22. Mai 2026 nahmen Studierende des Studienbereichs Real Estate Management der FHWien der WKW am Erasmus+ Blended Intensive Programme (BIP) in Antwerpen teil.
Gemeinsam mit Studierenden der AP Hogeschool Antwerpen und der Technological University Dublin beschäftigten sie sich eine Woche lang mit europäischen Immobilienmärkten, Stadtentwicklung und internationalen Perspektiven auf aktuelle Herausforderungen der Branche.
Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur der fachliche Austausch, sondern vor allem die Zusammenarbeit in internationalen Teams. Rund 30 Studierende aus Belgien, Irland und Österreich arbeiteten gemeinsam an einem realen Entwicklungsprojekt und lernten dabei unterschiedliche Herangehensweisen, Marktbedingungen und kulturelle Sichtweisen kennen.
Ein gemeinsames Projekt für die Stadt Antwerpen
Die Studierenden arbeiteten eine Woche lang jeden Vormittag in gemischten Teams an einer Entwicklungsstudie für das Gelände der Stadsschouwburg Antwerpen. Das Projekt beschäftigte sich mit der Zukunft des bekannten Theaterstandorts, für den neue Nutzungsmöglichkeiten und Entwicklungsperspektiven erarbeitet werden sollten. Ziel war es, internationale Best-Practice-Beispiele zu finden und zu analysieren, unterschiedliche Entwicklungsstrategien zu vergleichen und daraus Empfehlungen für das Areal abzuleiten.
Dabei brachten die Studierenden ihre Erfahrungen aus den jeweiligen Heimatmärkten ein und diskutierten Fragen rund um Nutzungsmischung, Stadtentwicklung, öffentliche Räume und wirtschaftliche Tragfähigkeit von Immobilienprojekten.
Auftakt mit Networking und Stadterkundung
Zum Start der Woche lernten sich Studierende und Lehrende der drei Hochschulen beim Welcome-Event und Speed-Networking kennen. Bereits hier wurde deutlich, wie unterschiedlich die Perspektiven auf Immobilienmärkte und Stadtentwicklung in Europa sein können.
Anschließend besuchte die Gruppe die Stadsschouwburg Antwerpen, eines der größten Theater Belgiens, das derzeit im Mittelpunkt von Überlegungen zur zukünftigen Entwicklung des Standorts steht.
Ein weiterer Programmpunkt war ein geführter Rundgang durch das Entwicklungsgebiet Eilandje. Das ehemalige Hafengebiet gilt heute als eines der bekanntesten Stadterneuerungsprojekte Antwerpens und zeigt eindrucksvoll, wie industrielle Flächen erfolgreich in moderne Stadtquartiere transformiert werden können.
Einblick in Brüssels Büromarkt
Am zweiten Tag stand neben der Projektarbeit ein Fachvortrag von JLL zum Büromarkt in Brüssel auf dem Programm. Die Studierenden erhielten aktuelle Einblicke in Entwicklungen, Trends und Herausforderungen des belgischen Office-Marktes.
Der Besuch in „Europas Hauptstadt“ Brüssel wurde von vielen Teilnehmenden als besonderes Highlight der Woche bezeichnet. Neben Marktdaten und Branchenentwicklungen bot sich die Möglichkeit, mit ExpertInnen über aktuelle Themen der Immobilienwirtschaft ins Gespräch zu kommen.
Historisches Antwerpen und Europas erster Wolkenkratzer
Auch die Stadt Antwerpen selbst wurde zum Lernort. Während eines Retail Walks durch die historische Innenstadt analysierten die Studierenden die Entwicklung des Einzelhandels und die Nutzungsmischung im urbanen Raum.
Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Boerentoren. Das Gebäude gilt als erster Wolkenkratzer Europas und ist heute Gegenstand umfangreicher Revitalisierungs- und Umnutzungspläne. Die Führung vermittelte spannende Einblicke in die Herausforderungen und Potenziale historischer Immobilien im Kontext moderner Stadtentwicklung.
Stadtentwicklung im Groen Kwartier
Am Donnerstag führte ein geführter Rundgang durch das Groen Kwartier, ein ehemaliges Militär- und Krankenhausareal, das zu einem modernen Stadtquartier umgestaltet wurde. Das Projekt gilt als gelungenes Beispiel für die Nachnutzung historischer Bausubstanz und die Schaffung hochwertiger Wohn- und Lebensräume.
Zum Abschluss des Tages besuchte die Gruppe die Brauerei De Koninck. Die traditionsreiche Antwerpener Brauerei verbindet historische Industriearchitektur mit zeitgemäßen Nutzungs- und Besuchskonzepten und zeigt damit ebenfalls interessante Aspekte der Immobilienentwicklung. Eine Bierverkostung durfte aber natürlich auch nicht fehlen!
Präsentationen und internationale Zusammenarbeit
Am letzten Tag präsentierten die internationalen Teams ihre Ergebnisse und stellten ihre Ideen für die zukünftige Entwicklung des Stadsschouwburg-Areals vor. Die Präsentationen zeigten, wie unterschiedlich nationale Erfahrungen und akademische Hintergründe zu neuen Lösungsansätzen führen können.
Neben den fachlichen Erkenntnissen bot das Erasmus+ BIP vor allem die Möglichkeit, internationale Kontakte zu knüpfen. Viele Studierende betonten, dass gerade die Zusammenarbeit mit KollegInnen aus anderen Ländern neue Denkweisen eröffnet und den Blick auf die eigene Immobilienbranche erweitert hat.
Nächstes Jahr führt uns die BIP nach Dublin!
Lesen Sie hier den Newsbeitrag über die BIP 2025 in Wien.
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