„Wir sind die Stimme der Menschen“

Kategorie: Aktuelles, Journalismus & Medienmanagement

Saleh al-Omar und Jehad Nour Eddin Hussari sind zwei Journalisten aus Syrien. Am Institut für Journalismus & Medienmanagement haben sie über ihren Alltag und Herausforderungen journalistischen Arbeitens in ihrem Heimatland erzählt.
Rubina Möhring (Reporter ohne Grenzen), Salah al Omar, Nermin Ismail (Dolmetscherin) und Jehad Nour Eddin Hussari. (© Nina Kreuzinger)

Rubina Möhring (Reporter ohne Grenzen), Salah al Omar, Nermin Ismail (Dolmetscherin) und Jehad Nour Eddin Hussari. (© Nina Kreuzinger)

„Wir durften die Wahrheit nicht sagen, kritische Berichterstattung über das Assad-Regime war verboten. Journalist zu sein, das war sehr schwierig“, sagt Saleh al-Omar. Der 22-Jährige hat als freier Journalist unter anderem für die Free Syrian News Agency gearbeitet. Nach unzähligen Drohungen, der Abnahme von Handys sowie Gefängnisaufenthalten, war für ihn Ende 2013 klar, dass er Syrien verlassen wird. 

Ähnlich war es auch bei Jehad Nour Eddin Hussari. Vor seiner Karriere als Radio- und TV-Journalist war der 30-Jährige Imam in Aleppo. Nach Ausbruch der Revolution wurde er inhaftiert. „Ich habe einen anderen Weg gesucht, um der Welt erzählen zu können, was in meinem Heimatland passiert“, sagt Hussari. Schikanen, Morddrohungen, Haft und ein vermintest Haus machten es auch ihm unmöglich, weiterzuarbeiten.

Könnten sie die Zeit zurückdrehen, würden beide jedoch denselben Weg noch einmal gehen. „Vor allem in Krisenzeiten ist es wichtig, die Wahrheit zu sagen und über Missstände zu berichten“, meint Hussari. Und al Omar ergänzt: „Wir sind die Stimmen der Menschen und können die Geschehnisse nach außen tragen“.

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