JournalistInnen zwischen Fact-checking und Hinterfragen der eigenen Rolle

Kategorie: Aktuelles, Journalismus & Medienmanagement

Zum Jubiläum drehte sich bei den 5. Anifer Journalismustagen alles um das Thema Kampagnenjournalismus.

vlnr.: Raimund Drost, FHWien, Nikolaus Koller, Workshopleiter Helge Fahrnberger, Daniela Süssenbacher, Studiengangsleiterin Journalismus & Medienmanagement der FHWien der WKW, Workshopleiter Yilmaz Gülüm, Silvia Polan, JTI Austria und Ralf-Wolfgang Lothert, Head of Coporate Affairs & Communication JTI Austria. (© JTI Austria)

TeilnehmerInnen der diesjährigen Anifer Journalismustage zu Gast bei den Salzburger Nachrichten mit Ehrengast Landtagsabgeordneter Josef Schöchl. (© JTI Austria)

Vom 20. bis 22. Juli 2018 fanden bereits zum fünften Mal die Anifer Journalismustage in Kooperation mit JTI Austria statt. Unter dem Generalthema „Kampagnenjournalismus – wenn Journalisten zu politischen Akteuren werden“, arbeiteten die Referenten Helge Fahrnberger und Yilmaz Gülüm von Kobuk! drei intensive Tage mit JungjournalistInnen und Journalismusstudierenden aus Österreich und Deutschland zusammen.
 
Anlässlich des fünfjährigen Jubliäums blickte der ehemalige Institutsleiter und Mitbegründer dieses Formats, Nikolaus Koller, auf die vergangenen Veranstaltungen und ihre Entstehungsgeschichte zurück. Ziel war es immer Innovationen aufzugreifen, aktuelle Strömungen im Journalismus zu thematisieren und den TeilnehmerInnen in kleinem Rahmen einen fachlichen Austausch zu ermöglichen – Networking und die Förderung einer guten Gemeinschaft waren immer ein ebenso wichtiger Aspekt der Veranstaltung wie die inhaltliche Auseinandersetzung.

„Good journalism is trying to obtain the best attainable version of the truth.”

Mit diesem Zitat des Amerikanischen Watergate-Aufdecker und Journalisten Carl Bernstein eröffneten die beiden Referenten den Workshop und verdeutlichten damit ihre Auffassung von Journalismus. Anhand von Beispielen überwiegend aus den Boulevardmedien zeigten sie Strukturen und Kennzeichen von Kampagnenjournalismus auf. Helge Fahrnberger wies besonders darauf hin wie wichtig es sei, dass JournalistInnen immer wieder ihren eigenen Bias hinterfragen, um nicht selbst unbewusst in die Falle zu tappen und Teil einer Kampagne zu werden. Factchecking sei daher das Gebot der Stunde, auch wenn sich in gewissen Medien recht deutliche Hinweise auf Nichtwissen bzw. Nichtfakten finden: „Wenn Sie eine Bildunterschrift wie ‚immer öfter werfen sich Asylanten vor Autos‘ lesen, ist relativ klar, dass das keine Fakten sind“, zeigte Gülüm auf, wann mangelhafte Recherche vermutet werden darf.

Neben dem fachlichen Input recherchierten die TeilnehmerInnen im Rahmen des Workshops mögliche mediale Kampagnen, um diese in eigenen Beiträge darzulegen und aufzuarbeiten – mit der Option, die Ergebnisse auf dem Medienwatchblog der beiden Vortragenden unter kobuk.at zu veröffentlichen.

Abgerundet wurde das Wochenende durch eine Exkursion zu den Salzburger Nachrichten. Bei einer Führung durch die Redaktion sowie das Druckzentrum konnten die TeilnehmerInnen das Zeitungmachen aus nächster Nähe erleben und waren beim Andruck der Wochenend-Ausgabe live dabei. Als Ehrengast begleitete Landtagsabgeordneter Josef Schöchl die Jubiläumsrunde.

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