Saskia Jungnikl, Der Standard: "Gerade Journalismus ist kein Beruf, in dem man verharren sollte und kann."

Saskia Jungnikl hat 2008 ihr Studium am Institut für Journalismus & Medienmanagement abgeschlossen und ist seither im Printbereich tätig. 2013 wurde sie mit einem Anerkennungspreis bei der Verleihung des Prälat-Leopold-Ungar-Journalistenpreises ausgezeichnet.

 


Warum hast du dich damals für das Studium beworben?

Ich war zu der Zeit fast mit meinem Geschichts- und Publizistik-Studium fertig und wollte etwas Praxisnäheres machen. Ich habe einen Artikel über die FH gelesen, fand das ganz interessant und habe mich beworben.


Welche Praktika hast du im Rahmen des Studiums gemacht?

Als ich mit der FH begonnen habe, war ich beim „Falter“ in der Abo-Abteilung beschäftigt, ich hab dann dort auch ein redaktionelles Praktikum gemacht. Außerdem war ich drei Monate Praktikantin beim „Datum“, wo ich dann geblieben bin und ein paar Jahre als Politikredakteurin gearbeitet habe.


Was machst du jetzt und wie bist du dorthin gekommen?

Ich arbeite bei der Tageszeitung „Der Standard“ in der Innenpolitik. Zuvor war ich drei Jahre bei „derStandard.at“, davor eben beim „Datum“ und „Falter“. Außerdem habe ich in der Österreich-Ausgabe der „Zeit“ Artikel veröffentlicht.


Was ist dir von der FH in Erinnerung geblieben?

Ich habe viele Kontakte geknüpft, von denen einige bis heute halten.


Welche Lehrinhalte von der FH kannst du in deinem jetzigen Job gut gebrauchen?

Von allem etwas, von manchem nichts. Ich habe auf und neben der FH sehr viel gelernt, das mich in die Position gebracht hat, in der ich jetzt bin.


Hat sich dein Berufswunsch, den du als Erstsemestrige hattest, erfüllt?


Ich erinnere mich nicht mehr an meinen konkreten damaligen Wunsch, aber es ist bisher alles gut gelaufen.


Wie erlebst du die österreichische Medienlandschaft und wie wird sie in 20 Jahren aussehen?

Weltweit verändern sich Medien und der Medienkonsum und die Veränderung bleibt. Die österreichischen Medien bringen sich hier verschieden stark ein. Die Fusion der Redaktionen von „Der Standard“ und „derStandard.at“ im Sommer 2013 war ein wichtiger Schritt in die Zukunft. Generell gilt: Gut recherchierte, wichtige und faszinierende Artikel werden immer interessieren, der Verbreitungsweg wird zunehmend unwichtig werden. Jeder Verbreitungskanal hat seine speziellen Vor- und Nachteile, es wird darauf ankommen ob und wie sie genutzt werden, um Artikel so umfangreich und gut darzustellen wie möglich.


Welche Fähigkeiten muss ein/e JournalistIn in Zukunft haben?

Gute JournalistInnen müssen künftig die gleichen Fähigkeiten haben wie schon bisher: Neugierde, Akribie, Offenheit, Selbstbewusstsein, Mut zum Zweifel. Und was vielleicht noch speziell dazu kommt, JournalistInnen aber eigentlich auch eigen sein sollte: Interesse an technischem Fortschritt und an den zunehmenden Möglichkeiten, seine Artikel an die LeserInnen zu bringen.


Worauf können JournalistInnen in Zukunft getrost verzichten?

Faxgeräte.


Wo bzw. wie siehst du deine persönliche Zukunft im Journalismus?


Im Moment gefällt mir was ich mache, aber ich schließe keine Änderungen aus. Ich glaube, wichtig im Journalismus ist, dass man unverdrossen neugierig darauf ist mit Menschen zu reden, Dinge herauszufinden, Fragen zu beantworten. Wenn das nicht mehr da ist, sollte man lieber etwas anderes machen. Gerade Journalismus ist kein Beruf, in dem man verharren sollte und kann.

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