Übers Schreiben lesen – warme Empfehlungen für die kalte Jahreszeit

Wenn es draußen kalt wird, bleibt man umso lieber mit einem guten Buch zuhause. Viele schmökern in dieser Jahreszeit auch in Bibliotheken, Buchhandlungen, an Lesungen oder Buchmessen. Sobald man dort in vollen Bücherregalen stöbert, wird man daran erinnert, was das Buch zu einem zeitlosen Medium macht: Kunstvoll verzierte Einbände mit Skizzen und Zeichnungen reihen sich in den Regalen.

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Man bleibt gefesselt stehen, wenn man eines der Bücher rausnimmt, in der Hand wiegt, Seiten umblättert, das Papier zwischen den Fingern spürt und Buchstaben überfliegt, die vor den Augen zerstäuben. Bücher sprechen uns auf mehreren Sinnesebenen an. Lesen ist eine sinnliche Erfahrung – sichtbar und spürbar. Das gilt auch für die hellen Lesefenster von elektronischen Readern – mit Kommentarfunktionen, einfacher Nutzung, handlicher Größe und unendlichem Speicherplatz. Wer die Liebe zum geschriebenen Wort kennt, weiß aber auch, dass die Auswahl stetig wächst.
Deshalb stellen wir drei Bücher vor, die über das Schreiben erzählen und anregen, selbst aktiv zu werden. Es gibt je eine Buchempfehlung zu den drei Schwerpunkten: 1) wissenschaftliches, 2) berufliches und 3) persönliches Schreiben. Doch alle Buchtipps verfolgen eine gemeinsame Idee: Schreiben nicht nur als eine Notwendigkeit in Schule, Studium oder Beruf zu betrachten, sondern als Bereicherung für das eigene Leben.


Wissenschaftliches Schreiben

Der „All-time-classic“-Schreibratgeber von Judith Wolfsberger Frei geschrieben wird seinem Ruf gerecht: Klar strukturierte Kapitel laden zum Schmökern ein. Jede Zeile motiviert. Mit einer faszinierenden Grundhaltung geht dieses Buch positiv auf das Schreiben zu, bietet zahlreiche kreative Techniken sowie Methoden für eine gute Zeitplanung, um sich realistische Ziele zu stecken. Zugleich zeigt es ein kritisches Verständnis von der Schreibsituation an Universitäten, wo unklare Vorgaben und eigene hohe Ansprüche Studierende überfordern. Praktisch durchführbare Übungen geben dem Schreiben eine lustvolle Note. Wolfsberger übersetzt und vermittelt damit die angloamerikanische Tradition des freien Schreibens in den deutschsprachigen Raum.

Wolfsberger, Judith (2016): Frei geschrieben: Mut, Freiheit und Strategie für wissenschaftliche Abschlussarbeiten. 4. Aufl., Wien (u.a.): Böhlau (UTB).


Schreiben zur beruflichen Weiterentwicklung

Erfolg in Studium und Karriere - Fit durch Selbstcoaching von Miljković und Merten schließt eine Lücke am Markt der Ratgeberliteratur. Als Brückenschlag zwischen Studienabschluss und Berufseinstieg skizziert es diesen Übergang als schwierigen, aber passierbaren Durchgang im Lebenslauf. Ungewöhnlich ist, dass dieser Ratgeber keine Anleitungen oder Patent-Rezepte bereithält. Die über 200 Übungen und Methoden fallen auf die LeserInnen selbst zurück. Bei dem Nachdenken über die eigenen Wünsche, Interessen, Stärken und Schwächen geht es um Selbstverantwortung, aber auch das Gefühl selbst wirksam zu sein. Diese Reflexion der eigenen Fähigkeiten und Ziele erfolgt vor allem schriftlich. Das Buch stellt individuelle Wegweiser auf, um ein Studium erfolgreich abzuschließen und/oder den passenden Beruf zu finden.

Miljković, Natascha/Merten, René (2017, Hrsg.): Erfolg in Studium und Karriere – Fit durch Selbst-coaching. Opladen/ Toronto: Barbara Budrich (UTB).




Persönliches Schreiben

Kompakt und einfühlsam geht Birgit Schreiber in Schreiben zur Selbsthilfe auf die psychologische und emotionale Seite des Schreibens ein. Inspiriert durch Erfahrungen in Schreibkursen beschreibt die Autorin erste Zugänge zum autobiographischen Schreiben. Als Leitfaden und zugleich Aufbau des Buches dient die Vorstellung von einem „Schreibhaus“: Im Keller ist die Vergangenheit angesiedelt, im Erdgeschoss die Gegenwart und der Dachboden beherbergt den Zukunfts(t)raum. Schreiben wird zum zuverlässigen Begleiter im Leben, der zuhört und zur Seite steht. Sich selbst zuhören. Und nicht nur von anderen gehört werden wollen. Achtsamkeit. Das sind Kerngedanken. Zugleich erfolgt der Hinweis, sich bei Tagen oder Wochen andauernder Traurigkeit professionelle Hilfe zu holen. Denn das Schreiben birgt auch die Gefahr, sich darin zu verkapseln und zu isolieren. Ansatz dieses wundervollen Buches ist aber das Gegenteil: regelmäßiges Schreiben führt zu Selbsterkenntnis und Gelassenheit, bildet einen Schutz- und Entfaltungsraum und ermöglicht uns, Erfahrungen einzuordnen, unsere eigene Geschichte zu schreiben und Erlebtes zu verarbeiten. 

Schreiber, Birgit (2017): Schreiben zur Selbsthilfe. Worte finden, Glück erleben, gesund sein. Berlin: Springer.

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