Von der Angst zu Schreiben. Ein „Rezept-Blog“ gegen Schreibblockaden

Das leere, weiße Blatt. Der innere Zweifel. Was soll ich nur hinschreiben? Wie anfangen? Den ersten Satz formulieren. Das klingt doch blöd. Alles wieder löschen.

Wer sich in diesen Gedanken und Gefühlen wiedererkennt, weiß um die Probleme des Schreibens. Egal, ob in Schule, Universität oder im Beruf, Schreibaufgaben stellen uns vor Herausforderungen. Typisch sind zu hohe Ansprüche gerade am Anfang: Viele erwarten von sich, dass ihr Text perfekt wird und jeder einzelne Satz wie ein geschliffener Diamant funkelt. Wenn das Schreiben nicht sofort gelingt und das Geschriebene eher einem Kohlestück ohne Ausstrahlungskraft gleichkommt, setzt die Angst ein. Denn das Schreiben legt uns bloß. Man hat Angst, sich mit (oder eben ohne) einem Text zu blamieren. Diese persönlichen Emotionen sind Teil des Schreibprozesses.

Jedoch beginnen viele – bei frustrierenden Erfahrungen – an sich zu zweifeln, es aufzuschieben oder das Schreiben ganz zu vermeiden. Als Nebenwirkung ist die Wohnung ungewöhnlich sauber und aufgeräumt. Andere Aufgaben werden vorgezogen und erledigt. Doch der Abgabetermin rückt unaufhaltsam näher. Dieses Aufschieben erhöht den Druck zusätzlich: aus dem Vermeiden wird eine Blockade. Nichts geht mehr!

Quelle: Shutterstock

Erste Hilfe: Schreiben ist komplex, aber nicht kompliziert

Tatsächlich ist Schreiben keine leichte Aufgabe. Unser Gehirn muss unterschiedliche Gedanken verarbeiten, steuern und dabei vieles gleichzeitig bedenken. Eine Vielzahl an Fragen fallen zusammen: worüber inhaltlich schreiben, wie formulieren, welche Struktur geben und vor allem überlegen, ob der Text für LeserInnen verständlich ist. Diese Gedanken prasseln auf uns ein, es entsteht ein Chaos, was letztlich kognitiv überlastet. Deshalb gilt: lieber Schritt für Schritt vorgehen; das Schreiben in kleine Einheiten aufteilen. Zu Beginn hilft es, die chaotische „innere Sprache“, also das eigene Denken, in eine äußere, kommunikative Sprache zu überführen. Dafür muss man noch keinen fertigen Text im Kopf haben. Im Gegenteil: Die besten Ideen entwickeln sich im Schreiben!

Ein Schlüssel für gutes Schreiben und gegen Blockaden liegt daher im „freien Schreiben“. Das braucht ein wenig Übung, ist aber simpel. Man benötigt lediglich ein paar Minuten „Schreibzeit“ pro Tag. Niemand würde ernsthaft einen Marathon laufen, ohne vorher trainiert zu haben. Mit dem Schreiben verhält es sich ähnlich. Lockern Sie also Ihre Schreibmuskulatur!

Übung: Schreiben mit Lust statt Frust

Setzen Sie an den Anfang einer leeren Seite (auf Papier oder Laptop) den Impuls „Schreiben bedeutet für mich …“. Davon ausgehend schreiben Sie 10 Minuten ununterbrochen alles auf, was Ihnen in den Sinn kommt. Schalten Sie dabei die Stimme der inneren Kritik auf stumm. Die wichtigsten Regeln dafür: Achten Sie nicht auf Inhalt, Formulierung, Rechtschreibung und Grammatik. Die schreibende Hand oder die tippenden Finger bleiben in Bewegung. Setzen Sie nicht ab. Lesen Sie Geschriebenes nicht nochmal. Schreiben Sie konsequent vorwärts. Diese Zeilen sind nicht für LeserInnen bestimmt, sondern nur für Sie – als Training, Übung und Auflockerung. Schreiben Sie ohne Scheu. Einfach. Kreativ. Und drauflos!

Kontakt

Schreibzentrum der FHWien der WKW
Stadt Wien gefördertes Projekt

Büro- und Beratungsstandort:

Währinger Gürtel 97, 2. Stock, Raum B242
1180 Wien

Rechnungsadresse und Postanschrift:

FHW Fachhochschul-Studiengänge Betriebs- und
Forschungseinrichtungen der Wiener Wirtschaft GmbH


Schreibzentrum/Didaktikzentrum, Währinger Gürtel 97, 1180 Wien, Österreich

Tel.: +43 (1) 476 77-5781
Fax: +43 (1) 476 77-5704

schreibzentrum@fh-wien.ac.at

Logo Schreibzentrum
Logo MA 23
 
© Copyright 2017 FHW GmbH. Impressum